09.02.2017, 15:00 Uhr

Millionen verkaufte Tonträger

Stolz blickt Walter Widemair auf seine langjährige Musikkarriere und die damit verbundenen Auszeichnungen zurück

Komponist, Autor und mehr: Walter Widemair ist ein Tausendsassa.

STEINFELD (aju). Als viertes von sieben Kindern wurde Walter Widemair in Lienz geboren. Doch seine Berufung, die Musik, zog ihn in die Welt hinaus. Nun kann er auf ein Leben voller interessanter Bekanntschaften und aufregender Ereignisse zurückblicken, doch damit nicht genug, auch in Zukunft will er seinen außergewöhnlichen Weg weitergehen.

Vom Lehrer zum Komponist

Angefangen hat die Karriere des heute 59-jährigen Walter Widemair mit dem Musikstudium in Innsbruck. Danach war er zwei Jahre als Lehrer für Musikerziehung und Klavier tätig. Bereits 1983 verschlug es ihn in die Musikszene. Als Komponist, Arrangeur, Aufnahmeleiter und Studiomusiker war er zuerst für Koch-Records, danach für Universal Music tätig und komponierte unter anderem die Filmmusik zu "Ein Schloss am Wörthersee". Zu den Künstlern, mit denen er dabei zusammengearbeitet hat, gehören unter anderem Vico Torriani, Karel Gott, Claudia Jung, Lolita, Fred Bertelmann und Telly Savalas. "Aus vielen dieser Bekanntschaften sind richtige Freundschaften entstanden. Deshalb blicke ich auch gerne auf die damit verbundenen Auszeichnungen und die über 20 Millionen verkauften Tonträger zurück", sagt Widemair. Insgesamt schmücken sein Zuhause nämlich 120 Auszeichnungen in Gold, Platin und Mehrfach-Platin, darunter Dreifach-Platin mit den Kastelruther Spatzen.

Über die Landesgrenze

Auch selbst stand er jahrelang auf der Bühne. Als Mitglied und Leiter des Dolomitensextetts-Lienz war er 32 Jahre auf den Bühnen der Welt unterwegs. "Unser Markenzeichen war ein Happy Sound im Stile von James Last. Auch auf diese Zeit blicke ich gerne zurück, weil ich dadurch viele Impressionen in meiner eigenen Karriere als Musiker sammeln durfte", so Widemair. Unter den jährlich rund 70 Auftritten finden sich auch Gastspiele beim Musikantenstadel Toronto, bei Silvestershows im Hilton-Hotel oder aber auch am Oktoberfest. "Wir waren damals viel unterwegs. Beeindruckende Auftritte hatten wir auch in Brasilien, Kanada, Istanbul oder Ibiza", erzählt Widemair. Doch damit nicht genug. Zusätzlich war er zehn Jahre als Leiter des Chores der Krankenpflegerschule in Lienz und fünf Jahre als Gitarrist und Moderator des Clearwater Projektes tätig.

Politisch aktiv

Trotzdem hat er neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit immer Platz für ehrenamtliche Arbeit in Vereinen gefunden. "Zählt man alles zusammen, war ich 117 Jahre in verschiedenen Vereinen tätig", sagt Widemair. Zu diesen gehören unter anderem Musikvereine wie der Blasmusikverein Nussdorf-Debant, aber auch eine 20-jährige Mitgliedschaft als Fußball-Präsident in Nussdorf, 12 Jahre bei der Faschingsgilde Steinfeld oder 15 Jahre bei der Kinderkrebshilfe Osttirol. Seit 2015 ist er zusätzlich Kopf der Bürgerliste "Team Aufwind" und als zweiter Bürgermeister in Steinfeld tätig. "Mir ist es wichtig, immer ehrlich und geradlinig zu sein. Ungerechtigkeiten gehen mit meiner Einstellung nicht konform", so Widemair.

Aufsehenerregend

Zurückgezogen aus dem Musikgeschäft hat er sich vor fünf Jahren. Mit dem Buchtitel "Wenn Berge nicht mehr schweigen ..." verabschiedete er sich fulminant aus der Szene. Das Buch sorgte damals für sehr viel Aufsehen in und außerhalb der Musikszene. "Von ehrlichen und ehrgeizigen Musikern des ganzen deutschen Sprachraumes sowie anerkannten Kapazitäten und Könnern wurde ich dafür hochgeschätzt und bedankt, vom Rest abgrundtief gehasst", sagt er selbst über sein Buch. Doch sein Weg als Autor ist damit noch nicht beendet. Für 2017 sind zwei weitere Publikationen geplant. "Durch mein Bekanntschaftsverhältnis zu Hermann Walder wurde ich auf dessen Familiengeschichte aufmerksam, diese werde ich nun in zwei Büchern niederschreiben und veröffentlichen", erzählt Widemair. Der Hintergrund der Geschichte ist der Tod des 1982 erschossenen Pius Walder. "Inhalt der Bücher wird die Geschichte des erschossenen Wildschützen Pius Walder und der Gerechtigkeitskampf und das umwälzende Leben seines Bruders und unbeugsamen Bergrebellen Hermann Walder sein", sagt Widemair.

Ziele für die Zukunft

Privat zeigt sich der vielseitig begabte Steinfelder aber von seiner ruhigen Seite. "Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich mich noch lange mit meiner Frau Petra an der Ehrlichkeit und Liebe unserer wunderbaren tierischen Weggefährten erfreuen kann", so Widemair. Weiterhin möchte er auch ein kritischer Staatsbürger sein und seine Meinung kundgeben. "Wenn ich etwas nicht habe, dann ist es Angst. Ich werde immer mit Rückgrat und Verantwortungsbewusstsein für meine Mitmenschen eintreten", sagt Widemair.
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