14.03.2017, 13:59 Uhr

"Mit Leib und Seele dem Holz verschrieben"

Christoph Kulterer, Geschäftsführer von Hasslacher Norica Timber

Christoph Kulterer über die Zukunft des nachwachsenden Rohstoffs

SACHSENBURG. Holz ist im Wortsinne etwas Wunderbares. Dies ist dem Slogan "From wood to wonders" zu entnehmen, mit dem "Hasslacher Norica Timber" für seine vielfältigen Produkte wirbt. Das über 1.200 Mitarbeiter an sieben Standorten umfassende Unternehmen mit dem Hauptsitz zum Eingang des Drautales steht für den "wunderbarsten Rohstoff, den man sich nur vorstellen kann". Dies sagt Christoph Kulterer, der die vor gut 115 Jahren vom Urgroßvater Jakob Hasslacher gegründete Firma leitet.

Von der Vielseitigkeit des Holzes

"Holz", so der 45-jährige zweifache Familienvater weiter, diene nicht nur dazu, "schöne Häuser" zu bauen oder Möbel, sondern findet auch in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung wie zum Beispiel in der Papierherstellung. Und, mit Blick auf eine der vielen in der Zentrale verstreuten Holzskulpturen des Italieners Giorgio Benedetti, "auch in der Kunst".

"Holz erlebt Renaissance"

Vor allem: Holz sei ein Rohstoff, der immer wieder nachwachse. Deshalb gibt sich der Experte hinsichtlich der Zukunft auch unbesorgt, ja: "Holz erlebt geradezu eine Renaissance", also eine Wiedergeburt. Der Aspekt der Nachhaltigkeit sei immer mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt, immer mehr Menschen identifizierten sich mit diesem Naturprodukt, nachdem es im vergangenen Jahrhundert noch so ausgesehen habe, als ob neue Werkstoffe wie etwa Stahlbeton Holz den Garaus machen könnten. Doch eingetreten sei das Gegenteil.

Klimaschutz-Funktion

Der technische Fortschritt habe es ermöglicht, mit qualitativ hochwertigem Brettschichtholz, das sich durch hohe Tragfähigkeit, Formbeständigkeit und freie Formbarkeit der Holzbauteile auszeichnet, Häuser mit neun Stockwerken und mehr sowie Hallen zu bauen. Hinzu komme der Umweltaspekt. Beispielsweise binde ein Kubikmeter Holz eine Tonne Kohlendioxid und trage so beträchtlich zum Klimaschutz bei.

406 Bäume pro Einwohner

Kulterer, der nach einem Brand des Sachsenburger Betriebs 1998 sein Wirtschaftsstudium in Wien an den Nagel hängte und sich "mit Leib und Seele" der Firma verschrieb, versichert: "Wer in Österreich ein Holzhaus baut, kann guten Gewissens sein." Denn in diesem Land, das fast zur Hälfte mit Wald bedeckt sei (auf jeden Einwohner kommen 406 Bäume!), wachse mehr Wald nach als abgeholzt werde, nämlich jährlich 5.500 Fußballfelder, garantierten seit 150 Jahren strenge Forstgesetze den Erhalt des Baumbestandes.

Vorgaben von Politik gefordert

Gleichwohl ist auch in Österreich, besonders in Kärnten, nicht alles Sonnenschein. Obwohl Holz und die holzverarbeitenden Betriebe im Bundesland schon immer eine bedeutende Rolle gespielt hätten, wünscht sich Kulterer, dass dieser Rohstoff eine höhere Wertschätzung erfährt. Besonders von Seiten der Politik erwartet er, wie er sagt, "klare Signale" - etwa beim Bau öffentlicher Gebäude mit Holz. Dies beinhalte auch, nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes einzuschlagen. Holz sei nicht teurer als andere Materialien, aber es brauche eine gute Planung. Mit Blick auf die Arbeitsplätze fügt der Industrielle hinzu, bei aller Wertschätzung für den Schutz der Natur dürfe nicht die Nutzfunktion des Waldes aus den Augen verloren werden.

Holzfaltatelier in Gmünd

Eng mit Hasslacher Norica Timber verbunden ist das Holzfaltatelier Gmünd, das im Juli am Fuß der Alten Burg vor dem Maltator eröffnet werden soll. Gesponsert von Kulterers Firma und errichtet von Studenten der TU Graz, wird nach den Worten von Erika Schuster, Geschäftsführerin der Kulturinitiative (KI) Gmünd, dem KI-Gründungsvater Heinz Miklautz und Initiator des offenen Ateliers ein "wunderbares Andenken" im öffentlichen Raum gesetzt. Noch der vor einem Jahr gestorbene Antiquar Miklautz hatte als ersten Gastkünstler den Kärntner Bildhauer Johann Wieltsch vorgeschlagen, dessen Ausstellung am 2. Juli um 19 Uhr eröffnet wird.

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