28.06.2017, 10:41 Uhr

Schlucht als Naturjuwel

Die Groppensteinschlucht erstreckt sich über 2,5 Kilometer (Foto: KK)

Die Groppensteinschlucht erstreckt sich über 2,5 Kilometer mit Wasserfällen bis zu 30 Meter Höhe.

OBERVELLACH. Ein Naturjuwel befindet sich im schönen Mölltal. Die Groppensteinschlucht bietet auf einer Länge von 2,5 Kilometern spektakuläre Steiganlagen und Brücken mit Stromschnellen und Wasserfällen bis 30 Meter Fallhöhe.

Burg als Namensgeber

Hoch über der Groppensteinschlucht wacht die namensgebende Burg Groppenstein. "Am Einstieg lädt 'Das 5-sinnige weise Haupt' ein, den Weg mit allen Sinnen zu genießen. Nach kurzer Wegstrecke gelangt man zum kleineren Raufenfall und glasklaren Kolken. Am Groppensteinfall demonstriert Mutter Natur ihre geballte Kraft und Schönheit. Eine aufwendige Holz und Stahlkonstruktion, direkt an steilen Felswänden montiert ermöglicht einen angenehmen Aufstieg – mit schwindelerregendem Tiefblick", so Andrea Zraunig vom Tourismusbüro. An der Aussichtsplattform Zechnerfall genießen die Wanderer die klare angereicherte Luft in der Nähe der Wasserfälle. Ein wahrer Gesundbrunnen für Körper und Geist.

Mautstelle als Startpunkt

Schon während des Mittelalters wurde das Seitental nach Mallnitz für den Saumverkehr mit der „wandernden“ Mautstelle in Obervellach (Ausgangspunkt der Groppensteinschlucht) als sogenannte „Fuggerstrasse“ über den Korntauern zur Versorgung des Gasteiner Bergbaureviers ausgebaut. Die ehemalige landesfürstliche Mautstation bestand aus einem einstöckigen quadratischen Turm mit vier mal vier Metern und ist als Bruchsteinmauerwerk ausgeführt. Er war seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts in Betrieb. Am Beginn der Groppensteinschlucht sind noch die Überreste eines Industriebetriebes der Familie Fleischhacker zu sehen. Sie errichteten eine Zellstoff- und Pappenfabrik.

Geographische Grenze

Die Groppensteinschlucht ist die geopraphische Grenze zwischen der Sonnblick- und der Reißeckgruppe. Das glattgeschliffene Bachbett im Mallnitzbach (nähe Gasthaus „Zur Guten Quelle“) stammt vom Auernig-Törlkopf-Bergsturz und besteht aus Prasinit. Weitere Mineralien sind Quarzite, Phyllite und Granitgneisen. Die bachbegleitende Vegetation besteht unter anderem aus der großblättrigen „Gemeinen Pestwurz“, der Klettendistel, den Sumpfstorchschnabel und weiteren seltenen Pflanzen wie Orchideen und Waldrebe.
Neben dem dominierenden Fichtenwald gibt es auch noch die Grauerle, Esche, Ulme, Tanne und Buche. Im Frühsommer ist die Groppensteinschlucht auch ein Vogelparadies z.B. für die Wasseramsel, Blau- und Kohlmeise, Bachfink, Zaunkönig, Mönchsgrasmücke, Zilpzal, Tannenmeise und weiteren Vogelarten aber auch für den seltenen Feuersalamander.

Zur Schlucht:

Öffnungszeiten
13.05. bis 10.09.2017 tägl. von 09:00 bis 17:00 Uhr und
11.09. bis 08.10.2017 tägl. von 09:00 bis 16:00 Uhr

Gehzeit
ca. 1,5 Stunden bis zum Ende der Schlucht
(Einstieg Mautturm – Ausstieg Rastplatz „Großer Stein“)

Wegbeschaffenheit
Länge ca. 2,5 Kilometer, Höhenunterschied 230 Meter, leichte bis mittelschwere Wanderung entlang von Steiganlagen und über Brücken – kurze Wegabschnitte direkt entlang des Mallnitzbaches in der Schlucht.

Freier Eintritt mit der Kärnten Card und Nationalpark Kärnten Card in die Groppensteinschlucht.

Kulinarisches:
Gasthof „Zur guten Quelle“ in Lassach , Almgasthof Himmelbauer (1.240 m) in Wolliggen

Anreise
über die B 106. In der Ortschaft Raufen befindet sich die Einstiegsstelle mit genügend Parkmöglichkeiten.

Mehr Beiträge im Rahmen unseres Schwerpunktes "Leben mit Wasser": www.meinbezirk.at/leben-mit-wasser

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