15.09.2014, 13:34 Uhr

Spittal: Noch viele Barrieren im Weg

Kurt Hofer (links) freut sich über den barrierefreien Verkaufstresen von Dominik Schantl in der Hubertus Apotheke

Bis 2015 müssen öffentliche Gebäude barrierefrei werden. Auch Private und Unternehmer stehen vor Herausforderungen.

SPITTAL (ven). Das Behindertengleichstellungsgesetz, das es bereits seit 1977 gibt, wird 2015 für alle öffentlichen Gebäude und solche, die öffentlichen Charakter haben, schlagend. Noch haben also Öffentlichkeit und Private Zeit, Zugänge und Gebäude barrierefrei umzugestalten.

Verbesserungen nötig
Kurt Hofer vom Österreichischen Zivil-Invalidenverband (ÖZIV) sieht noch einigen Verbesserungsbedarf in der Stadt Spittal in punkte Barrierefreiheit. Besonders ins Auge gefasst hat er dabei das Gesundheitszentrum in Spittal. "Für Menschen mit Krücken gibt es keine automatischen Türen, sie sind schwer zu öffnen und auch die Klingelanlage ist für Rollstuhlfahrer unmöglich zu erreichen", erklärt er.
Bei der Bezirkshauptmannschaft gibt es zwar einen Treppenlift, der maximal 150 Kilogramm transportiert. "Ein E-Rolli mit der Person kommt locker auf 200 Kilogramm", so Hofer. Außerdem gibt es dort in Schild, auf dem steht, die Türe würde sich automatisch öffnen. "Dazu muss man aber einen Knopf drücken. Das ist recht irreführend."

Unebener Parkplatz
In der Innenstadt haben es auch Touristen eher schwerer. Im Innenhof des Schlosses gibt es zwar zwei Behindertenparkplätze, diese sind aber zu kurz und sehr uneben. "Ein Rollstuhl rollt hier weg", so Hofer. Seit drei Jahren versuche er auch, bei den Komödienspielen in der ersten Reihe Plätze für Rollstuhlfahrer zu organisieren. "Es wurden nun Zugeständnisse gemacht, ich bin gespannt, wie es dann aussehen wird", so Hofer.
Am Bahnhofsvorplatz vermisst Hofer wetterfeste Häuschen bei den Bushaltestellen. Auch die evangelische Kirche ist ein Knackpunkt. Einmal im Monat findet eine Messe für Behinderte statt, einen barrierefreien Zugang gibt es allerdings nicht.

Öffentliches WC als Hindernis
Ein Dorn im Auge ist Hofer, aber auch Bauexperten für Barrierefreiheit Engelbert Hosner, die Toilettenanlage im Stadtpark. Die Türen des Behinderten-WCs sind zu schmal, der Föhn zu hoch und das WC zu nahe an der Wand montiert. "Der Zugang funktioniert durch einen Euro-Key. Wenn innen zugesperrt ist, kann man von außen im Notfall nicht rein", bemängelt Hosner das System.

Auch Lob angebracht
"Fairerweise muss ich aber sagen, dass in Spittal einiges erreicht wurde", so Hofer. Ein Musterbeispiel für Barrierefreiheit ist der neugestaltete Bahnhof. Die ÖBB hat den ÖZIV aktiv in die Planung miteinbezogen. Eine lange Rampe mit Podest gewährt Zugang zum Postamt am Egarterplatz und die Hubertus-Apotheke hat einen eigenen, niedrigeren Verkaufstresen für Rollstuhlfahrer. Auch die Medikamentenausgabe und die Nachtdienstglocke wurde auf angemessene Höhe montiert. Auch das Einkaufszentrum in der Bahnhofstraße ist auf allen Ebenen barrierefrei erreichbar.
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