13.10.2016, 09:30 Uhr

Uran in Oberkärntner Trinkwasser

Das natürlich vorkommende Uran im Trinkwasser hat den Grenzwert gering überschritten (Foto: Jost)

Maßnahmen wurden eingeleitet, es bestehe keine akute Gesundheitsgefahr. Weitere Proben werden entnommen.

FLATTACH, MALLNITZ, OBERVELLACH. In den Mölltaler Gemeinden Flattach, Mallnitz und Obervellach wurden Grenzwertüberschreitungen des natürlich dort vorkommenden Urans festgestellt.

Natürliches Vorkommen

Untersuchungen der Landesgeologie im Zuge der Gewässerzustandsüberwachung haben ergeben, dass im Zentralgneis der Hohen Tauern ein hohes natürliches Vorkommen von uranhaltigem Gestein gegeben ist. Auf Grund dieser Wasseranalysen hat das Land Kärnten im Sommer 2016 ein umfangreiches und detailliertes Messprogramm an 63 ausgewählten Messstellen in der Region für das Trinkwasser durchgeführt und im Umweltlabor ausgewertet.

Geringe Überschreitung

„Die Überschreitungen betreffen Quellen bzw. Einzelwasserversorger in den genannten Gemeinden. Bei 15 Messstellen wurde der strenge österreichische Parameterwert von 15 Mikrogramm pro Liter (µg/l) gering überschritten (16-18 µg/l). Sechs Einzelwasserversorgungsanlagen liegen über dem Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 30 Mikrogramm pro Liter“, teilte Bezirkshauptmann Klaus Brandner mit. Von seiner Seite bzw. durch das Gesundheitsamt der Bezirkshauptmannschaft seien die betroffenen Gemeinden, Genossenschaften und privaten Wasserversorger über daraus resultierende Maßnahmen unverzüglich informiert worden.

Keine akute Gesundheitsgefahr

Laut einer Stellungnahme der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) sei die Uran-Konzentration im Wasser für Erwachsene nicht akut gesundheitsgefährdend. Auch das deutsche Umweltbundesamt hält einen Wert von 30 Mikrogramm pro Liter zumindest für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren als gesundheitlich unbedenklich. Es werde jedoch empfohlen, bei Überschreitung des Grenzwertes, das Wasser vorsorglich nicht für die Nahrungszubereitung für Kleinkinder bis zu zwei Jahren zu verwenden.

Weitere Messungen

Die Ages empfiehlt wiederholte Messungen in zeitlich regelmäßigen Abständen. Laut dem Bezirkshauptmann wurde umgehend veranlasst, dass die Beprobungen in der Region weitergeführt werden, da die Werte schwanken. Zudem gibt es beim Gesundheitsamt der Bezirkshauptmannschaft Spittal/Drau unter der Telefonnummer 050 536 62234 Infos zu Gesundheitsfragen (Amtsstunden).

Vom Fels gelöst

Uran ist ein in den Gesteinen der Erdkruste natürlich vorkommendes Metall, welches durch einsickerndes Wasser vom Fels gelöst wird und im Trinkwasser vorkommen kann. Vergleichbare Uranvorkommen gibt es in den Bundesländern Tirol (natürliches Vorkommen wie in Kärnten), in Niederösterreich (teils natürlich, teils künstlich) und im Burgenland (künstlich) aufgrund von Verunreinigung durch Phosphatdünger in der Landwirtschaft.
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