27.10.2016, 15:49 Uhr

VCÖ: Bezirk Spittal mit den meisten tödlichen Verkehrsunfällen

Im Bezirk Spittal mussten in den vergangenen viereinhalb Jahren 27 Personen im Straßenverkehr ihr Leben lassen, so der VCÖ (Foto: KK)

Mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet, mehr Maßnahmen gegen Schnellfahren sowie Handy- und Alkohol am Steuer nötig.

BEZIRK SPITTAL. In den vergangenen viereinhalb Jahren kamen in Kärnten 166 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die meisten Todesopfer, nämlich 27, waren im Bezirk Spittal an der Drau zu beklagen, macht der VCÖ aufmerksam.

Maßnahmen nötig

Die Stadt Villach und der Bezirk Hermagor erreichten jeweils in einem Jahr das Ziel "kein tödlicher Verkehrsunfall". Der VCÖ betont, dass es verstärkte Maßnahmen gegen Schnellfahren sowie Handy- und Alkohol am Steuer braucht. Zudem ist es wichtig, im Ortsgebiet durch mehr Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger zu erhöhen.
Hermagor ist auch jener Bezirk, in dem es in den vergangenen viereinhalb Jahren die wenigsten tödlichen Verkehrsunfälle gab. Vier Menschen kamen im Bezirk Hermagor zwischen Jänner 2012 und 1. Halbjahr 2016 im Straßenverkehr ums Leben.

27 Todesopfer

Die meisten Todesopfer weist der Bezirk Spittal an der Drau auf, 27 Menschen wurden im Untersuchungszeitraum durch einen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen. Sehr hoch war der Blutzoll auch im Bezirk Wolfsberg (24 Verkehrstote), Bezirk Villach Land (23 Verkehrstote), Bezirk Völkermarkt (22 Verkehrstote) und im Bezirk Klagenfurt Land (20 Verkehrstote). In der Landeshauptstadt kamen 13 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Villach acht, berichtet der VCÖ.

Tempo drosseln

"Mit Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 kann die Verkehrssicherheit in Städten und Gemeinden deutlich erhöht werden. Der Maßstab für die Verkehrssicherheitsarbeit im Ort sollten Fußgänger und hier wiederum Kinder und ältere Menschen sein. Eine Verkehrsplanung, die kindgerecht ist, ist für alle Verkehrsteilnehmer sicherer", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Kein Kavaliersdelikt

Der VCÖ weist darauf hin, dass allein im Vorjahr in Kärnten rund 486.000 Geschwindigkeitsübertretungen registriert wurden. Zusätzlich hat die Kärntner Exekutive mehr als 2.400 Alko-Lenker und rund 9.300 Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt. All diese Vergehen sind keine Kavaliersdelikte, sondern gefährden die Gesundheit und das Leben anderer, betont der VCÖ. Die Verkehrsplanung ist gefordert, Straßen so zu sanieren, dass sie nicht zum Schnellfahren einladen, sondern die Autofahrenden unterstützen, das Tempolimit einzuhalten. Zudem sollte Handy am Steuer auch in Österreich ins Vermerksystem aufgenommen werden.

Wichtig für mehr Verkehrssicherheit ist auch der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Pendler sind sicherer unterwegs, wenn sie mit der Bahn zur Arbeit fahren können. Für die Verkehrssicherheit von Jugendlichen sind wiederum Disco- und Nachtbusse sowie Anrufsammeltaxis sehr wichtig, stellt der VCÖ fest.

Zur Sache:

Anzahl Verkehrstote 1. Jänner 2012 bis 30. Juni 2016:
Bezirk Spittal an der Drau: 27 Verkehrstote
Bezirk Wolfsberg: 24 Verkehrstote
Bezirk Villach Land: 23 Verkehrstote
Bezirk Völkermarkt: 22 Verkehrstote
Bezirk Klagenfurt Land: 20 Verkehrstote
Bezirk St. Veit an der Glan: 14 Verkehrstote
Klagenfurt: 13 Verkehrstote
Bezirk Feldkirchen 11 Verkehrstote
Villach: 8 Verkehrstote
Bezirk Hermagor: 4 Verkehrstote
Kärnten: 166 Verkehrstote
(Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016)
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