07.11.2017, 17:29 Uhr

Biker-Clublokal löst Streit in Rathaus aus

Zankapfel Petzl-Bräu (links): Das Lokal wurde per Stadtratsbeschluss an einen Biker-Verein vermietet, SPÖ-Mandatare kritisieren Vorgangsweise

SPÖ-Mandatare wirbeln: Keinerlei Informationen über Vermietung erhalten.

SPITTAL (ven). Die Bikergruppe "Homeland Squads" und deren Einmietung in das ehemalige Petzl-Bräu in der Bogengasse, das im Eigentum der Stadtgemeinde Spittal steht, löst nun auch im Rathaus und besonders SPÖ-intern massiven Wirbel aus. Das Prozedere der Vergabe entsprach nicht der normalen Vorgehensweise, es sei ein "Alleingang des Bürgermeisters" gewesen.

"Hangaround der Hell's Angels"

Wie die WOCHE berichtete, seien die Homeland Squads derzeit ein "Hangaround" der Hell's Angels. Dies sei notwendig, um von einer Motorradfahrgemeinschaft eines Tages ein Motorradclub (MC) zu werden, erklärte Steve Ayling, Sekretär der Gruppierung, der WOCHE. Man wolle sich karitativ engagieren und zwei Mal im Monat ein "Open House" organisieren. 
Die Gruppierung sei mit Ayling und Präsident Hans Gerhard Oberlercher bei Bürgermeister Gerhard Pirih vorstellig geworden - allerdings nur dort. 

Schlüssel vom Vormieter

Innerhalb einiger SPÖ-Gemeinderäte - Namen sind der Redaktion bekannt - formierte sich Widerstand gegen die Vorgehensweise und den dazugehörigen Stadtratsbeschluss, das Lokal an die Homeland Squads zu vermieten. "Es ist traurig, dass Gemeinderäte von solchen Entscheidungen aus der Zeitung erfahren müssen", heißt es zur WOCHE.
Am Freitag, einen Tag vor der Eröffnungsfeier im ehemaligen Petzl-Bräu, wurde dem Verein erst der unterschriebene Mietvertrag zugestellt. "Es gab auch keine offizielle Schlüsselübergabe. Der Verein bekam den Schlüssel vom Vormieter, den 'Ultras'. Es kann nicht sein, dass bereits zwei Wochen vor offiziellem Mietbeginn im Lokal gewerkelt wird. Wie das passieren konnte, ist auf Nachfrage natürlich nicht mehr nachvollziehbar", so die Mandatare.

Ohne Beratung im Ausschuss

Außerdem: Das Vorhaben, das Lokal zu vermieten, sei auch nicht im Immobilienausschuss besprochen worden. Normalerweise werde im Ausschuss diskutiert, dem Stadtrat zur Beschlussfassung eine Empfehlung ausgesprochen, oder das Vorhaben zum Einholen weiterer Informationen zurückgestellt und dann erneut besprochen. "Dieser Weg wurde komplett umschifft!" beschweren sich die Mandatare.
"Der Stadtratsbeschluss wurde unter falschen Voraussetzungen getroffen. Wer sich hier einmieten würde, wurde nie so mitgeteilt", heißt es zur WOCHE. 
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