22.03.2017, 08:00 Uhr

Bundesrat Novak fordert Breitbandausbau für ländlichen Raum (mit Umfrage)

In ländlichen Regionen muss die digitale Infrastruktur ausgebaut werden, so Novak (Foto: pixabay)

Voraussetzungen im Mölltal dazu bereits geschaffen. Land will 150 Millionen Euro in Gesamtausbau investieren.

BEZIRK SPITTAL (ven). Bundesrat und Mallnitzer Bürgermeister Günther Novak setzt sich für den Ausbau von Breitband-Internet in den ländlichen Regionen ein. Bis 2020 soll das Land 150 Millionen Euro in Schaffung der heute notwendig gewordenen Infrastruktur investieren.


Alle verwenden Internet

"Mehr als 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung und nahezu alle Betriebe verwenden das Internet und jährlich verdoppelt sich das in den Netzen übertragene Datenvolumen. Die Nutzung dieser Technologie ist von überproportionalen Steigerungsraten gekennzeichnet", so Novak bei seiner Rede im Bundesrat.
Damit seien das Internet und ein gut ausgebautes Breitbandnetz schon heute - und in Zukunft noch viel mehr - eine essentielle Voraussetzung für einen modernen Wirtschaftsstandort. Das Vorhandensein von Breitband-Internet für Bürger und vor allem für Unternehmen sei daher ein wichtiger Standortfaktor und mit ausschlaggebend für unternehmerischen Erfolg.

Massive Förderungen

"Im Zuge der Breitbandstrategie 2020 sollen mit massiven Förderungen des Bundes in den weniger dicht besiedelten Regionen Österreichs Investitionen in den Breitbandausbau angeregt werden. Der ehrgeizige Plan lautet, bis 2020 nahezu alle österreichischen Haushalte und Unternehmen mit ultraschnellem Internet zu versorgen. Es muss auch für den ländlichen Raum sichergestellt werden, dass dem Nutzer eine Bandbreite von zumindest 100 Megabit zur Verfügung steht." Die praktische Entwicklung habe gezeigt, dass dies ein Minimum sei, um mit den heutigen Datenmengen gut arbeiten zu können.

Eine Milliarde von Bund

Dafür stellt die öffentliche Hand insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung. Mit der Einrichtung der unterstützenden Breitbandbüros in den Bundesländern soll die Kommunikation zwischen den Förderstellen und den Gemeinden erleichtert werden. Wo die Bundesförderung nicht greift gibt es zusätzlich auch Landesprogramme wie das Sonderunterstützungsprogramm des Landes Kärnten, dass vor allem die Konzeptionierung und Umsetzung von Breitbandmasterplänen in den Gemeinden mit 75 Prozent mitfinanziert, um ein koordiniertes und maßgeschneidertes Maßnahmenprogramm zu entwickeln.

Mölltal prescht vor

Im Mölltal geht diesbezüglich schon einiges weiter. Mit dem Abwasserkanal bzw. den Fernwärmeleitungen wurde ein geschlossenes Datenrohrleerrohrnetz bis zum Endkunden schon um das Jahr 2000 von der RKM (Regional Kabel-TV Mölltal) auf eigene Kosten in den Orten Mallnitz, Obervellach, Flattach und Winklern verlegt. Damit werden dem Nutzer 100 Megabit zur Verfügung gestellt. Weiteres wurde ab 2008 Mühldorf und Rangersdorf auf Gemeindekosten ausgebaut und als reines Glasfasernetz konzipiert.
Die restlichen Gemeinden sind dabei mit der RKM, KELAG oder anderen Anbietern örtliche Masterpläne zu erarbeiten um schlussendlich über die Leitungen, Investition und Förderung Bescheid zu wissen. "Ich habe zum Beispiel mit Hans Winkler (RKM) im letzten Jahr eine Verstärkung der Netze der umliegenden Orte umgesetzt. Investitionssumme 50.000 Euro – 50 Prozent wurden vom Land gefördert, 50 Prozent hat die RKM bezahlt", so Novak zur WOCHE. Im Drautal streben laut Novak einige Orte als erste Stufe den Masterplan an. "Irschen hat diesen bereits in Auftrag gegeben." Im Mölltal soll versucht werden, die Aktivitäten mit Leader-Mitteln abzuwickeln.

150 Millionen von Land

Der „Masterplan Breitband Kärnten 2020" sehe vor, dass in erster Linie unterversorgte Gebiete erschlossen werden. "Breitbandmasterpläne werden bis zu 75 Prozent gefördert, 7.500 Euro maximale Auszahlung pro Masterplan. Das Land Kärnten hat ein MoU (Memorandum of Understanding) mit der IOÖ über 150 Millionen Euro Investition unterzeichnet", informiert Novak. "Wollen wir ein erfolgreiches Land, Region, oder Ort sein, müssen wir uns auf allen Ebenen mit der Digitalisierung – Breitband auseinandersetzen."
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