23.11.2016, 13:15 Uhr

"Neues ÖEK muss beschlossen werden"

VP-Stadtrat Franz Eder (Foto: KK)

Stadtrat Franz Eder im WOCHE-Gespräch über Innenstadtentwicklung, Kultur und Tourismus in Spittal.

SPITTAL (ven). VP-Stadtrat Franz Eder ist in der Gemeinde für Kultur, Tourismus und Stadtentwicklung zuständig. Die WOCHE sprach mit ihm über anstehende und derzeit laufende Projekte.

WOCHE: Kürzlich fand im Schloss eine Veranstaltung statt, wo sich Bürger und Anrainer der „2. Reihe“ mit ihren Ideen zur Ortsentwicklung einbringen konnten. Wie weit ist das Projekt nun fortgeschritten? Was sind die nächsten Schritte?
EDER: Das Echo der Beteiligten war äußerst positiv, vor allem auch das sie selbst initiativ werden möchten, und klar gestellt haben, dass es ihnen wichtig ist, ihren Teil zum Gelingen beizutragen.
Zur Zeit werden alle Anregungen vom verantwortlichen Stadtplaner Mitterberger zusammengefasst, und die weiteren Schritte zur Realisierung ausgearbeitet.
Ziel ist es, im Frühjahr 2017 eine finale Vorstellung der Maßnahmen präsentieren zu können und diese auch umzusetzen.

Sind hier weitere Veranstaltungen geplant? Wenn ja, um welche Bereiche würde es sich handeln?
Für dieses Projekt sind noch eine offene Besprechungsrunde sowie die Vorstellung der Ergebnisse vorgesehen. Es werden auch die Bereiche der Ebnergasse mit dem neuen Projekt Rathausmarkt abgestimmt werden.

Bürgerbeteiligung ist in Spittal relativ „neu“. Wäre es wünschenswert, die Bevölkerung auch bei anderen Themen mehr miteinzubeziehen?
Die Einbindung der Bevölkerung ist unbedingt wünschenswert, es erfordert aber auch intensive Vorbereitungsarbeiten und vor allem längerfristige Vorlaufzeiten.
Wenn die Einwohner aktiv an der Entwicklung unserer Stadt teilhaben wollen, werden sie von meiner Seite aus sämtliche erforderliche Unterstützung erhalten, zumal diese Projekte dann auch den direkten Willen der Spittaler repräsentieren.

Wieviel Budget stünde zur Realisierung der Ideen zur Verfügung? Gibt es auch schon einen ungefähren Zeithorizont?
Auf Grund der Förderungszusagen sind die finanziellen Mittel für die Durchführung der Bürgerbeteiligung gesichert, für die Umsetzung der baulichen Maßnahmen sind die erforderlichen Mittel im Budget 2017 sicherzustellen. Nachdem der Bürgermeister sich nun auch entschlossen hat, endlich die Innenstadt zu unterstützen, gehe ich davon aus, dass auch die Umsetzung kein Lippenbekenntnis mehr sein wird, sondern Priorität hat.

Mit dem Reconstructing Projekt (Neue Heimat) sowie der Sanierung des Kanalnetzes kommen ja einige Bauvorhaben auf die Gemeinde zu. Könnte man sagen, man startet in Spittal eine Bauoffensive?
Die Sanierung des Kanalnetzes ist seit langem überfällig, und es wurde hoch an der Zeit, dass diese Arbeiten in Gang kommen, um weitere größere Schäden und Versorgungsengpässe hintanzuhalten.
Das Projekt der Neuen Heimat / Landeswohnbau Kärnten im Westen unserer Stadt, wird es ermöglichen, eine nicht mehr zeitgemäße Bausubstanz einer vorbildlichen Wohnqualität zuzuführen.
Entscheidend und wichtig ist, dass der Eigentümer und der Wohnungsreferent die betroffenen Mieter rechtzeitig und umfassend über die künftigen Tätigkeiten und Vorhaben informiert. Das Projekt wurde im Beisein und auf Basis der Anregungen des Planungsbeirates mitentwickelt und wird sicherlich eine neue und hohe städtebauliche Qualität aufweisen. Dessen ungeachtet sind vor allem die Widmungsverfahren, rund 60.000 Quadratmeter, welche wir in den letzten Monaten durchgeführt haben, ein starkes Signal zur Arbeitsplatzsicherung in Spittal.

Daniel Ramsbacher wurde nun zum neuen Obmann des TVB gewählt. Was erwarten Sie sich von ihm? Welche Themen wollen Sie gemeinsam mit dem TVB anpacken?
Die anfänglichen Schwierigkeiten, vor allem im Umgang mit einer Körperschaft öffentlichen Rechtes, sind mittlerweile behoben, und steigende Nächtigungszahlen zeugen davon, dass der TVB auf dem richtigen Wege ist. Ohne zusätzliche Unterstützung seitens Stadt wird der Verband nicht das Auslangen finden können. Von meiner Seite aus haben die zur Zeit agierenden Mitarbeiter des TVB die vollste Unterstützung. Für das kommende Jahr erwarte ich mir, dass der Obmann gemeinsam mit der Stadt entsprechende Projekte umsetzten wird. Ein Hauptanliegen wird sicherlich das Salamancafest werden.

Wie soll sich Spittal touristisch positionieren? Was könnte die USP sein?
Die Positionierung im Tourismusbereich sollte sicherlich in erster Linie die landschaftlichen Vorzüge, nämlich Schi-und Wanderberg Goldeck, der Millstättersee sowie die Stadt als kultureller Mittelpunkt sein. Diese einmalige Situierung sollte als Chance gesehen und umgesetzt werden. Ebenso sollte auch der sanfte Wander- und Radtourismus forciert werden. Ich glaube, dass dies auch die verantwortlichen Touristiker des TVB gleich sehen und hier viele konstruktive Ideen einbringen werden.

Kulturell ist in Spittal ja immer einiges los. Was sind die nächsten Highlights?
Als verantwortlicher Kulturreferent erfüllt es mich natürlich mit Freude, wenn ich sehe, wie aktiv die Kulturschaffenden tätig sind. Die Highlights wie Komödienspiele, internationaler Chorwettbewerb sowie unsere Kulturinitiativen positionieren unsere Stadt als kulturellen Fixpunkt in der Region.
Es wird mir weiterhin ein großes Anliegen sein, die finanziellen Mittel für alle kulturellen Veranstaltungen trotz engerer Budgetvorgaben, sicherzustellen.
Hier gilt mein besonderer Dank dem Kulturlandesrat Dr. Benger sowie den Sponsoren, welche uns in diesem Jahr hervorragend unterstützen konnten.
Kultur und Bildung sind zwei der wichtigsten Säulen in unserer Gesellschaft, und gerade in einer schrillen und unruhigen Zeit, wichtiger denn je.

Wie soll es mit der Innenstadt nun weitergehen?
Eine für die Stadt extrem wichtige Entscheidung wird noch heuer anstehen, nämlich die Festlegung des örtlichen Entwicklungskonzeptes für unsere Stadt.
Nachdem der rechtswidrig zustande gekommene Gemeinderatsbeschluss, welcher damals von SPÖ und FPÖ forciert wurde, aufgehoben und neu beschlossen wurden muss, sollte nicht wieder der fatale Fehler gemacht werden, hier zum Nachteil der Innenstadt eine Ausweitung der EKZ 1 Zone unsinnigerweise zu prolongieren.
Auch seitens des Landes, welches schon den untauglichen Beschluss massiv kritisiert hatte, liegen für die Ausweitung bereits negative Stellungnahmen vor.
Es wäre daher wünschenswert, wenn vor allem auch die SPÖ, sich den Vorschlägen der Fachplaner zum Wohle der Innenstadt anschließen würde.

Die SPÖ prangerte kürzlich eine "Vermischung von Kultursubvention der Stadt mit Parteiwerbung für die Volkspartei" im Rahmen des Tanzfestivals an. Was sagen Sie dazu?
Ungeachtet dessen, dass die Gestaltung des Plakates nicht mit mir akkordiert war, verwehre ich mich namens unserer Fraktion, dass hier ein politischer Missbrauch vorliegen sollte. Um trotzdem ein wenig im Gedächtnis zu kramen, war es gar nicht so lange her, dass die SPÖ selbst mit ihrem Parteilogo auf einer Ankündigungstafel der Stadtgemeinde geworben hat. Ebenso sollte es uns noch in Erinnerung sein, dass Bürgermeister Gerhard Pirih politische Mandatare in schlichten Medien und auf Kosten der Stadtgemeinde entgegen gelebter und gemeinsamer Kultur in faschingshafter Manier darstellen ließ.
Fakt ist, dass diese Veranstaltung von unserem Stadtparteiobmann mit großem Engagement und Zeitaufwand in der umfangreichen Vorbereitung unterstützt wurde, sowie auch von weiteren Mitgliedern der Spittaler Volkspartei auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis. Ohne deren Einsatz wäre diese Veranstaltung wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Wir sollten aber unseren Blick ohne Parteibrille darauf richten, dass es gelungen ist, 450 Kinder und Jugendliche, sowie 35 Tanzschulen aus Österreich, Deutschland, Slowenien, Rumänien und Bulgarien für diese Veranstaltung zu gewinnen.
Und sollte Markus Unterguggenberger noch nicht mit allen Usancen vertraut sein, wie auch so manch anderer, so ist sein Einsatz für diese Veranstaltung evident.
Bezüglich einer gelebten und gemeinsamen Kultur, gehört es vielleicht auch dazu, eine ungewollte Unachtsamkeit eines engagierten Gemeinderates nicht mit weit über das Ziel hinausgreifenden Sätzen zu kommentieren, sondern in einem persönlichen Gespräch zu klären. Es wäre sinnvoller, unseren Einsatz für die wirklich wichtigen Themen und Problembereiche unsere Stadt aufzubringen, und engagierte Mitbürger und Projekte zu unterstützen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.