17.10.2017, 15:04 Uhr

NR-Wahl 2017: FPÖ als Sieger im Bezirk

Die Wahl ist geschlagen (Foto: kk)

Erwin Angerer behält wahrscheinlich seinen Sitz im Nationalrat. Grüne wollen weiterarbeiten.

BEZIRK SPITTAL (ven). Die Nationalratswahl 2017 ist geschlagen, die FPÖ sticht mit einer Mehrheit von insgesamt 35,60 Prozent im Bezirksergebnis deutlich hervor (Stand Montagabend). Dahinter die ÖVP mit 28,32 Prozent, dann folgt die SPÖ mit 26,83 Prozent. Die Grünen konnten nur mehr 1,58 Prozent einfahren, Neos 3,76 und Pilz 2,51 Prozent. Insgesamt haben rund 41.000 Personen ihre Stimme am Sonntag abgegeben. Die WOCHE sprach mit den Bezirksparteiobleuten. 

SPÖ gratuliert

Alfred Tiefnig, Bezirksparteiobmann der SPÖ: "Zuerst muss ich dem politischen Mitbewerber zum Sieg gratulieren, aber es war eine Bundeswahl und man muss ehrlich sagen, der Bundeskanzler wurde von der Kronenzeitung bestimmt. Wenn unabhängiger Journalismus so aussieht, dann ist das für mich erschreckend", so Tiefnig zur WOCHE. Er gibt Fehler in der Wahlwerbung zu, im Bezirk wäre man aber fleißig gewesen und habe sein möglichstes getan. "In Kärnten sind wir auf der Überholspur. Aber wenn zwei Schlagworte wie Migration und Flüchtlinge für einen Wahlausgang eher entscheidend sind als soziale Gerechtigkeit oder Mietsenkung, dann habe ich das Verständnis für Politik verloren. Das kommt leider bei den Leuten besser an." Der Wahlkampf müsse für ihn wieder ein höheres Niveau haben. "Wir haben Kärnten in die richtige Richtung gebracht, wenn der Wähler das im März erkennt, wird er auch so wählen", so Tiefnig, der sagt, als Sportler sei er Niederlagen gewöhnt, aber auch das Aufstehen danach. 

"Nicht ganz so schlimm"

"Wir sind immer noch der Bezirk im Wahlkreis, wo das Debakel nicht ganz so schlimm ausgefallen ist. Ich sehe einen Lichtblick, dass in den Orten, wo grünes Engagement spürbar ist, ein bisschen mehr Stimmen abgegeben wurden", so Grünen-Bezirkssprecherin und Wahlkreis-Spitzenkandidatin Dorothea Gmeiner-Jahn zur WOCHE. Insgesamt sei das Ergebnis eine Aufforderung, dass die Grünen sich völlig neu überlegen, wie sie wählbar sein können und die Themen, die wichtig bleiben, so platzieren, dass sie im Herzen der Menschen ankommen. "Das ist die ganz große Aufgabe. Ich bedanke mich bei allen, die trotz dieses besonderen Umfeldes ihre Stimme den Grünen gegeben haben. Ich glaube weiterhin, dass die Grünen gute Antworten auf wichtigste Zukunftsfragen haben, da lohnt sich das Engagement", schließt sie.

"Der Weg passt"

Landtagsabgeordneter, Klubobmann und Bezirksparteiobmann Ferdinand Hueter (ÖVP) ist zufrieden mit dem Wahlausgang. "Es war eine Bundeswahl, der Wähler unterscheidet genau. Der Weg passt, auf dem gilt es aufzubauen. Die Leute haben Veränderung gewählt. Die Freiheitlichen haben nur sieben Prozent mehr, die Inhalte entscheiden."
Die FPÖ habe es laut Hueter scheinbar verstanden, den Menschen über Heinz Christian Strache Veränderung zu signalisieren. "Die Leute wollen Veränderung, Sebastian Kurz hat das bemerkt und das wird bei den Koalitionsverhandlung zentraler Punkt sein. Der, der Veränderung mitträgt, wird ins Boot geholt werden. Die Leute haben den Stillstand und Streiten satt. Ich persönlich glaube, dass die Zeit gut für Strukturreformen ist, man muss sie nur angehen", schließt Hueter.

"Wollen Alternative sein"

Neos-Landessprecher Hermann Bärntatz: "Wir sind zufrieden, haben leicht zugelegt. Es ist toll, vor allem in den kleinen Regionen zugelegt zu haben - trotz Schlammschlacht der Großen haben wir uns als stärkste Bewegung der Kleinparteien durchsetzen können."
Die Neos wollen nun versuchen, mit ihren Botschaften noch stärker bei den Leuten und eine gute Alternative zu sein.

"Vor der Wahl ist nach der Wahl"

FPÖ-Bezirksparteiobmann und auch Landesspitzenkandidat Erwin Angerer bedankt sich bei seinen Wählern, die ihm einen großen Vertrauensvorschuss gegeben haben. "Und auch beim Team im Bezirk. Vor der Wahl ist für mich nach der Wahl, ich werde auch weiterhin darauf achten, dass ich die Oberkärntner Anliegen so gut als möglich in Wien vertreten kann und wirtschaftliche Impulse setzen kann", so Angerer zur WOCHE.  Bei Redaktionsschluss stand noch kein Endergebnis fest, er geht aber davon aus, dass er das Mandat bekommen werde. Dass Kärnten mehrheitlich blau gewählt hat und somit über dem Bundestrend liegt, sieht er darin, dass es gelungen sei, die Leute wieder mehr anzusprechen. "Die Menschen vertrauen uns wieder und das gilt es auch für die Landtagswahl zu halten. Es zeigt auch, wo wir starke aktive Ortsgruppen haben." 

Genauere Infos zur NR-Wahl 2017:


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