15.09.2014, 17:11 Uhr

"Werden in Gemeinderat einziehen"

Judith Oberzaucher tritt für die Grünen in Millstatt an und möchte Bürgermeisterin werden

Judith Oberzaucher tritt als Bürgermeisterkandidatin für die Grünen in Millstatt an.

MILLSTATT. Als erste Kandidatin für die anstehenden Gemeinderatswahlen in Millstatt steht Grüne Judith Oberzaucher fest. Die gebürtige Salzburgerin studierte in Graz Erziehungswissenschaften und machte dort ihre ersten Erfahrungen im sozialen Bereich. Nach dem zweiten Kind ist sie nach Kärnten gezogen und begann hier als Trainerin. Nun will sie die Gemeindepolitik in Millstatt aufmischen.

Politisch aktiv
"Gesellschaftspolitisch war ich schon immer aktiv und interessiert. Zu den Grünen bin ich hier in Kärnten gekommen", sagt sie. Die damaligen politischen Verhältnisse waren für sie nicht mehr tragbar. Bei den Grünen war sie dann im Vorstand tätig, Bezirksdelegierte und im Landtagswahlkampf 2013 ließ sie sich als Spitzenkandidatin für ihren Wahlkreis aufstellen. 2011 gründete sie die Gemeindegruppe und seitdem ist sie gemeinsam mit ihrem Mann als außerparlamentarische Opposition in Millstatt tätig. Sie setzte sich auch für die strahlenarme Zone in ihrer Gemeinde ein.

Neue Informationspolitik
Das Themenspektrum, das sie in ihrer Amtszeit angehen möchte, ist recht breit. "Es reicht vom Finanzhaushalt bis zur offenen Informationspolitik. Gemeindebürger sollen die Chance haben, sich rechtzeitig zu informieren und aktiv ihre eigenen Ideen einzubringen", so Oberzaucher. Auch der soziale Faktor ist ihr wichtig, sie möchte eine neue Art der Willkommenskultur in Millstatt beginnen, mit einer Plattform für Austausch und Kennenlernen für alle, die neu nach Millstatt kommen. "Wie man sich als Erwachsener gut vernetzen kann. Es gibt viele Vereine, aber es ist recht unüberschaubar, wo kann man dazugehen, wo trifft man wen, wo finde ich Menschen zum Austausch", erklärt sie. Gerade für junge Menschen wolle sie Angebote setzen, zum Beispiel am Wohnungsmarkt.

Geduld und Veränderung
Was Millstatt braucht? "Viel Geduld und eine Veränderung". Man solle weggehen von kurzfristigen Projekten, die "nicht zu Ende gedacht sind", hin zu längerfristigen Projekten. Als Beispiel führt Oberzaucher hier das Ortsbild und Immobilien an. Bestehende Flächen "sollen sinnvoll genutzt werden und es braucht eine neue Diskussion um die Arbeitsplätze", erläutert sie. "Die größte Qualität, die wir am Land haben, sind unsere regionalen Unternehmen, die wir hier haben." Diese sollen gefördert werden.

Kapital versus Umwelt
Zum Hotelprojekt am Mölltal hat sie eine geteilte Meinung. "Einerseits ist es wichtig, Kapital in die Region zu bringen, andererseits sehe ich hier die Problematik im Umweltbereich", so die Kandidatin. "Wenn das stimmt, was die Geologen sagen, dann möchte ich da nicht die Verantwortung übernehmen müssen." Es ist auch immer die Frage, welche Qualität von Arbeitsplätzen dort geschaffen werden würde.

Cannabis legal?
Die Jungen Grünen in Wien starteten eine Kampagne zur Legalisierung von Cannabis. "Innerhalb der Grünen hat es immer Diskussionen dazu gegeben. Ich bin für eine Entkriminalisierung, aber nicht für eine breite Legalisierung", so Oberzaucher. Es habe Auswirkungen auf die Gehirnstruktur und sei doch nicht so harmlos.

Dickes Fell
Was muss eine Bürgermeisterin mitbringen? "Ein dickes Fell. Wichtig ist es, überparteilich mit allen Gespräche zu führen, andere Meinungen wertzuschätzen und stehenzulassen. Außerdem eine weitsichtige Planung und das Miteinbeziehung verschiedener Interessen und Bedürfnisse, die es in einer Gemeinde einfach gibt", erklärt sie. Dazu noch gesunder Hausverstand.

Gute Prognose
Landesweit konnten die Grünen bei den letzten Gemeinderatswahlen drei Prozent einfahren, im Bezirk knapp einen. In Millstatt treten sie das erste Mal an. Oberzaucher geht davon aus, dass die Grüne Gemeindegruppe in den Gemeinderat einziehen wird und stark präsent sein wird. Sie hofft, dass es so auch in anderen Gemeinden passieren wird und mehr Leute drauf Lust bekommen, in die Politik zu gehen und sich aktiv einzumischen.

Zeit und Energie
Etwas ungewöhnlich: Die Grünen suchen mit einer Plakatkampagne Gemeinderäte. "Es ist ein großes Problem, da es immer weniger Menschen gibt, die Lust und Zeit haben, sich in die Gemeindepolitik einzubringen." Es müsse Spaß machen und man müsse bereit sein, Zeit und Energie zu opfern. In Spittal gäbe es derzeit noch zu wenige Strukturen.

Land muss unterstützen
Wichtig ist für sie auf Landesebene eine gute Zusammenarbeit, bei Beibehaltung der Gemeindeautonomie. Im Ort gäbe es sehr viele Baustellen, wo die Unterstützung und Hilfe des Landes gebraucht werde. "Mit Rolf Holub haben wir einen Umweltlandesrat, der mit dem Energiemasterplan sehr viele Möglichkeiten schafft, um eine Gemeinde energiefit zu machen. Das funktioniert aber nur, wenn zusammengearbeitet wird", erklärt sie.

Know-How in vielen Bereichen
Wählen sollte man die Grünen, weil "wir für Veränderung stehen. Wir bringen frischen Wind in die politischen Reihen. Außerdem viel Know-How aus den verschiedensten Fachbereichen." Das Team habe viel Energie und viel Lust, etwas zu tun und sie haben eine andere Form der Kommunikation, es gäbe konkrete und klare Ansagen. "Wir versprechen nicht, was wir nicht halten können. Die finanzielle Situation in Millstatt ist nicht rosig und wir können nur gemeinsam was bewirken."

Zur Person:
Geburtstag: 10.10.1982
Familie: Verheiratet, zwei Kinder (fünf und sieben)
Beruf: Erwachsenenbildnerin, Trainerin; selbständig und am BFI, Selbstverteidigungstrainierin für Frauen und Mädchen
Hobbys: Lesen, Sport (Joggen, Klettern und Fitness)
Lieblingsessen: Lasagne, Topfenraukalen
Gemeindegruppe: Judith und Georg Oberzaucher, Dora Gmeiner-Jahn, Brigitte Glinz, Georg Wollgarten, Elisabeth Hössl, Franz Glinz.
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