06.02.2018, 21:39 Uhr

"Sie steht der Streif um nichts nach"

Der ORF sendete aus der Goldeck Talstation in Baldramsdorf

Die Talabfahrt des Spittaler Hausbergs entjungferte Stefan Müller aus Millstatt per Mountainbike.

SPITTAL (pgfr). Es war eine Premiere. Stefan Müller, der im Herbst das Enduro Race auf der Nordabfahrt gewann, bezwang sie diesmal auf Eis. „Die Nordabfahrt steht der Streif am Hahnenkamm um nichts nach“, sagt Stefan Müller im Ziel.


Doppelte Premiere

Der 32-Jährige suchte nach einer Herausforderung im Winter und fand sie auch. Die Morgenstunden des 30. Jänner sollten der richtige Zeitpunkt sein. Sein ganzes Leben, wie er sagt, verbringt er schon im Sattel seines Bikes. Die Lust auf neue Herausforderungen treibt den Millstätter zu immer waghalsigeren Abfahrten. Die längste schwarze Abfahrt der Alpen, die Talabfahrt vom Goldeck, schien angemessen zu sein.

"Hatte noch nie Angst"

Im Morgengrauen – die Morgenröte motivierte – machte Müller sein Bike startklar und adjustierte sich für sein Vorhaben. Die Umlaufbahn bringt, diesmal einen Rad- statt Skisportler, zur Bergstation. „Der starke Wind beim Start zur 6,5 Kilometer langen Talabfahrt pushte zusätzlich“, so Müller. Angst kennt er keine, sagt er. „Grenzen sind zum Ausreizen da“, so Müller, der Rettungssanitäter von Beruf ist.

"Wir leben dafür"

Neue Wege möchte der Radsportler auch in Hinsicht auf das Team gehen. Derartige Projekte im Zweierteam mit Florian Lerchbaumer aus Stall stehen im Fokus. Dieses, eine gute Probe für das neue Team also, war nun das erste gemeinsame. Nach wie vor allerdings wird sein Kalender europaweite Renntermine beinhalten.

Alle haben Platz

Dass Tourengeher die Nordabfahrt nun mit Mountainbikern teilen müssen, soll vielleicht nicht Standard werden. „Verdutzte Gesichter bei den drei bis vier Tourengehern, als Müller und Lerchbaumer vorbeirauschten, waren jedenfalls zu erkennen“, berichtet Andreas Hackl, der die beiden auf Ski mit einer Kamera begleitete. "Winterbiken nimmt zu", sagt Müller.

Eisig muss es sein

"Des einen Leid, des anderen Freud", trifft zu. "Optimale Bedingungen herrschen dann, wenn die Piste von oben nach unten durchgehend und gleichbleibend eisig ist", sagt der Extremradler. Die Spikereifen sichern ein sofortiges Stehenbleiben, wenn gebremst wird und ein Vollvisierhelm, Knieschoner und ein Rückenprotektor schützen den Körper.

Routine durch Training

"Fehler beim Abfahren können nur durch viel Routine vermieden werden", so der Spezialist. Jahrelanges Training, vier Mal pro Woche, verleihen dem Sportler die nötige Geschicklichkeit. Trainiert wird zu 70 Prozent am Rad und zu 30 Prozent in der Kraftkammer. Es sind der Nervenkitzel und der Adrenalinkick, die die beiden Radsportler weitere solcher Vorhaben planen lassen. "Projekte wie dieses sind in Vorbereitung, jedoch noch nicht spruchreif", sagt Müller. Eine richtige Entwicklung, "die Winterbike-Community wächst", das freut ihn und die 1.250 Höhenmeter in 7,12 Minuten gilt es zu unterbieten!
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.