16.10.2014, 09:00 Uhr

Die "grüne Batterie" aus Wasser

Im Kraftwerk Außerfragant stehen zwei Maschinensätze, die jeweils aus einer Turbine und einem Generator bestehen

Die Kraftwerksgruppe Fragant verfügt über eine installierte Leistung von 474 Megawatt und erzeugt jährlich rund 840 Millionen Kilowattstunden Strom. Damit könnte man 240.000 Haushalte versorgen.

FLATTACH (ven). Laut, imposant und äußerst wichtig für die Kärntner Bevölkerung. Die Rede ist von der Kelag und deren Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke in Oberkärnten. In der Kraftwerksgruppe sind 15 Speicherseen, die sich teilweise im Hochgebirge befinden, hydraulisch miteinander verbunden. Die WOCHE durfte sich Kraftwerke der Kraftwerksgruppe Fragant ansehen.

Vom Wasser zum Strom

Christian Rupp, Betriebsleiter der Kraftwerksgruppe erklärt die Funktionsweise eines Speicherkraftwerkes. "Es besteht immer aus einem Speichersee, einem Triebwasserweg und aus einem Kraftwerk, in dem der Strom erzeugt wird. Das Wasser wird in einem Speichersee gesammelt und über die Druckrohrleitung mit einer bestimmten Fallhöhe ins Kraftwerk geleitet." Dort trifft es über Düsen auf ein Turbinenrad, das einen Generator antreibt. In Außerfragant gibt es drei solcher Maschinensätze. Der Generator erzeugt Strom und gibt ihn an einen Transformator weiter. Dort wird die Generatorspannung von 10 kV auf 110 kV erhöht. Damit kann der Strom in das Netz eingespeist werden.

Grüne Batterie

"Wenn nicht so viel Strom gebraucht wird, wie zum Beispiel in der Nacht oder an Sonntagen, wird er verwendet, um das Wasser in einen Speichersee zurückzupumpen. Von dort kann es dann wieder eine Turbine zur Stromerzeugung antreiben. Das ist das Prinzip eines Pumpspeicherkraftwerkes, auch 'grüne Batterie' genannt", erklärt Rupp. Er ist verantwortlich für den laufenden Betrieb und die Instandhaltung der Erzeugungsanlagen. Die Kelag hat, damit alles reibungslos funktioniert, einen Bereitschaftsdienst, der 24 Stunden im Einsatz ist.

Langlebiges Material

Durch Wasser aus dem Gebirge kommt auch viel Material, vor allem Sand in die Leitung. Mit Einlaufrechen wird versucht, das meiste zurückzuhalten. "Die Turbine wird bei starkem Geschiebeeintrag sozusagen sandgestrahlt. Von Zeit zu Zeit müssen wir die raue Oberfläche wieder ausschleifen", erklärt Rupp.

Grün und sicher

Auf die Sicherheit der Speicherseen wird höchstes Augenmerk gelegt. Die Speicherseen und die sicherheitstechnischen Einrichtungen wie ein Hochwasserüberlauf und ein Grundablass werden regelmäßig durch das Betriebspersonal und die Behörde kontrolliert.
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