04.10.2017, 08:00 Uhr

MIT VIDEO: Ein Dorf arbeitet Hand in Hand

Bei der Arbeit: Monika Oberlojer und Martina Lanzer arbeiten mi vielen anderen Irschnern am Projekt Kräuterdorf

In Irschen arbeitet ein ganzes Dorf gemeinsam an regionalen Produkten.

IRSCHEN (aju). In Irschen haben Kräuter eine lange Tradition. Schon seit sich die Bewohner erinnern können, wurde den Heilmitteln aus der Natur große Bedeutung zugemessen.

Wissen weitergeben

Vor 25 Jahren dann stand die Frage nach der Zukunft der Ortschaft im Raum und die Irschner haben beschlossen, Kräuter auch in der Vermarktung zu ihrem Steckenpferd zu machen. Daraufhin wurde ein Leitbild erstellt und seitdem kennt man den Ort als Natur- und Kräuterdorf. "Bei uns wird das Wissen über die verschiedenen Kräuter von Generation zu Generation weitergegeben", sagt Martina Lanzer vom Tourismusbüro in Irschen. Am Anfang wurden die Irschner zwar für ihr Projekt noch belächelt, dieses Lachen verstummte aber sehr bald. "Das gesundheitsbewusste Denken ist immer mehr in das Gedächtnis der Menschen gerückt", sagt Lanzer. Mittlerweile gibt es sogar fünf Angestellte und einen Geschäftsführer, die alle sieben bis acht Monate pro Jahr im Kräuterdorf beschäftigt sind.

Drei große Gärten

Gemeinsam mit den Irschnern werden so neben Kräuterschnaps und Kräutersäften auch verschiedenste Salben und Tinkturen hergestellt sowie verschiedenste Teesorten. "Mittlerweile haben wir an die 30 Teesorten im Sortiment und es werden jedes Jahr mehr", sagt Lanzer. Angebaut werden die Kräuter dafür in drei großen Gärten, die jeweils knapp 1.000 Quadratmeter groß sind und auch die Irschner Frauen liefern aus ihren eigenen Gärten immer wieder Kräuter an. "Es gibt bei uns einen Duftkräuterpark, einen Küchenkräutergarten und der Kindergarten hat sogar einen Saftkräutergarten, aus dem sie selbst Säfte produzieren", sagt Lanzer.


Selbstwertgefühl

Das Highlight des Kräuterdorfes ist aber das alljährliche Kräuterfest. Hier arbeiten 140 Irschner Hand in Hand und ehrenamtlich am Gelingen der Veranstaltung. "Vor allem für Ältere ist das Kräuterdorf wichtig für das Selbstwertgefühl. Ihre Bemühungen werden wertgeschätzt und was sie zu erzählen haben, ist oft wichtiges Wissen, das es zu erhalten gilt", sagt Lanzer. Wer auch einmal das Kräuterdorf besuchen möchte, muss aber nicht bis zum nächsten Kräuterfest warten. Regelmäßig bieten die Irschner Kräuterführungen durch ihre Gärten an.
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