26.10.2016, 09:00 Uhr

Nachfolger dringend gesucht!

Wolfgang Poppernitsch, Siegrun "Sissi" Praxl und Erika Lerchster

In Radenthein müssen zwei Betriebe wegen mangelnder Nachfolge schließen. In Gmünd gibt es ebenfalls einen Fall.

RADENTHEIN, GMÜND (ven). Geschäftsschließung einmal anders: Nicht wegen mangelnder Frequenz oder zu wenigen Kunden müssen demnächst drei Oberkärntner Betriebe schließen, sondern weil sich niemand findet, der den Betrieb übernehmen möchte.

Müller muss schließen

Ein Beispiel dafür ist das gut gehende Schuhaus Müller in Radenthein. Seit über 85 Jahren gibt es den Betrieb, der in Döbriach von Max Müller gegründet wurde. 1948 wird in Radenthein die Schuhmacherwerkstätte gebaut. "Hier arbeiteten in den 50er Jahren bis zu zwölf Schuhmachergesellen und stellten in Handarbeit Schuhe nach eigenen Entwürfen vom Meister Müller her", so Tochter Siegrun "Sissi" Praxl zur WOCHE. In den 50er Jahren geht die Schuhproduktion bereits zurück, der Mitarbeiterstand musste reduziert werden. 1962 wird das heutige Geschäftslokal mit 130 Quadratmetern Fläche gebaut. "Ich habe das Unternehmen 1987 übernommen und weiter ausgebaut. Meine Tochter Katrin übernahm das Unternehmen 2009, sie ist allerdings als Baumeisterin in der Baubranche tätig und nun stehen wir vor dem Aus", so Sissi, der die bevorstehende Schließung trotz sehr guter Kundenfrequenz sichtlich nahe geht.
Leid täte es ihr vor allem auch wegen der zwei Mitarbeiter - beide über 50 Jahre alt. "Wo werden sie einen Job finden?" fragt sie sich. Der Betrieb ist außerdem Annahmestelle für Textilpflege Berger, aber "auch der will mit Jahresende seinen Betrieb schließen."

Modegeschäft vor dem Aus

Ein weiteres Geschäft, das zu Jahresende zumachen will, ist nur ein paar Meter entfernt: Cecil Street One von Bernhard Wastian. "Meine Frau ist in Pension gegangen, ich habe vor ein paar Jahren das Unternehmen übernommen. Allerdings bin ich mit meinem Reiseunternehmen sehr eingespannt", so Wastian, der eigentlich im Gailtal ansässig ist. "Es sollte jemand übernehmen, der Mode liebt. Mir persönlich tut es ja leid, weil das Geschäft gut läuft", sagt er. Mit einer Vollzeitbeschäftigten und einer Aushilfe sei der rund 100 Quadratmeter große Laden gut zu betreiben, auch die Volksbank als Vermieter wäre froh, wenn der Betrieb weitergehen würde. "Wenn sich jemand finden würde, der den Betrieb übernimmt, müsse er aber schon Praxis und Erfahrung mitbringen", empfiehlt Wastian.

Weiterer Fall

Auch in Gmünd gibt es einen Fall, wo eine Unternehmerin aus privaten Gründen ihren Bioladen "Wurzeln & Flügeln" aufgeben muss beziehungsweise einen Übernehmer sucht. Christine Plazotta (Frau in der Wirtschaft) hat dazu nähere Informationen, wenn sich jemand bereit erklärt, das gut gehende Geschäft weiterzuführen.
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