07.11.2017, 13:40 Uhr

Nationalparkregion unter neuer Leitung

Paula Müllmann ist neue Geschäftsführerin der Nationalparkregion Hohe Tauern und löst damit "Sanierer" Uwe Penker ab (Foto: KK)

Sanierer" Penker weiterhin als Obmann des Tourismusverbandes Mallnitz tätig. Tourismusorganisation habe in Kärnten "eine Ebene zu viel".

MALLNITZ, HEILIGENBLUT (ven).  Die Restrukturierung der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten Tourismus GmbH wurde mit 31. Oktober 017 erfolgreich abgeschlossen. Ab sofort übernimmt Paula Müllmann die Geschäftsführung vom Interimsmanager Uwe Penker.


Touristischer Profi

Die Nationalpark-Region mit Ihren 20 Gemeinden, 1.010.074 Übernachtungen und 250.037 Gästeankünften im Jahr konnte mit Müllmann einen touristischen Profi mit 27 Jahren Erfahrung im Tourismus gewinnen, so Penker in seinem Abschieds-Mail.

"Zu viel Struktur"

Als Organisationsberater hat Uwe Penker noch einen Verbesserungsvorschlag für den Kärntner Tourismus. Mit drei Organisationsebenen (Kärnten Werbung, Tourismusregionen, Tourismusverbände bzw. Gemeinden) leiste sich Kärnten, im Vergleich zu anderen Bundesländern, zu viel Struktur und erzeuge damit Reibungsverluste und erhöhten Organisationsaufwand. "Aus organisatorischer und finanzieller Sicht gibt es eine Ebene zu viel! Die Tourismusregionen müssten mit den Tourismusverbänden zu Vollregionen zusammengelegt werden. Das bedeutet, die derzeitigen Tourismusregionen würden auch gleichzeitig ein großer Tourismusverband nach Tiroler Vorbild sein. Kärnten hätte somit 13 Tourismusverbände und wäre damit im österreichischen Vergleich organisatorisch sehr gut aufgestellt", so Penker. Ein Blick über die Grenzen zeige wie es gehen kann, zum Beispiel hat ganz Osttirol nur noch einen Tourismusverband.
Penker wird weiterhin als Obmann des Tourismusverbandes von Mallnitz tätig sein.

Seit Jahrzehnten im Tourismus

Müllmann kommt aus Dölsach in Osttirol und absolvierte eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau am Tourismuskolleg in Innsbruck. Nach einem kurzen Ausflug in die Privatwirtschaft arbeitete sie ab Juni 1990 beim Tourismusverband (TVB) Lienzer Dolomiten mit. "Von 1996 bis zur Fusion zum Gesamtverband Osttirol war ich Geschäftsführerin des TVB Lienzer Dolomiten."

Mehr Selbstbewusstsein

Ihre Ziele: "Ich möchte der Nationalparkregion wieder zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen. Uwe Penker hat die Restrukturierungsphase sehr rasch und gut über die Bühne gebracht, verbunden aber auch mit einem selbstverordneten Sparkurs, der wenig Aktivitäten zuließ. Ich möchte am Markt wieder präsent sein, sowohl im Print- als auch im Onlinebereich. Mein Ziel ist es auch ein Incoming zu installieren und die Verkaufsaktivitäten verstärken."

Thema Wandern

Großes Potenzial sehe sie in der Bergwelt, gepaart mit den Möglichkeiten, die der Nationalpark Hohe Tauern biete. Auch das Wassersportangebot könne mit anderen Tourismusregionen durchaus mithalten. "Wir haben das Glück, dass das Kärntner Leitprodukt im Bereich Wandern, der Alpe-Adria-Trail, im Mölltal startet und hoffe, dass wir das Thema Wandern im Umfeld des Trails noch weiterentwickeln und mehr ins Schaufenster stellen können."

Einzelinteressen zurückstecken

Müllmann arbeitete im ersten Monat ihrer Tätigkeit gemeinsam mit Penker, und wurde von den Partnern "sehr wohlwollend" aufgenommen. "Die Gespräche mit den wichtigsten Partnern Kärnten Werbung, Nationalpark Hohe Tauern und örtlichen Tourismusverbänden verliefen sehr positiv. Ich hoffe auf ein konstruktives Miteinander, welches auch offene Worte zulässt. Wir können als Region nur dann erfolgreich sein, wenn alle Keyplayer an einem Strang ziehen und Einzelinteressen zugunsten gemeinsamer Ziele zurückgesteckt werden."

Reduzierte Kosten

Penkers Idee, die Ebenen zu reduzieren, stehe sie positiv gegenüber. Weniger Ebenen würden strukturierteres und effizienteres Arbeiten ermöglichen, "da Doppelgleisigkeiten leichter vermieden werden können." Kosten würden reduziert werden, was dazu führen solle, dass mehr Mittel für Marketing zur Verfügung stehe. "Dieser Prozess ist in Tirol schon abgeschlossen und hat dazu geführt, dass es zB in O nur noch einen einzigen Tourismusverband gibt, der sowohl für Administration, touristische Infrastruktur, Produktentwicklung als auch Marketing zuständig ist."
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