24.01.2018, 06:30 Uhr

Traditionsgasthaus in Lendorf sucht neuen Besitzer

Der Lendorfer Wirt an der Hauptstraße ist in Top-Zustand und sucht einen neuen Besitzer

Familie Penker will Ende 2018 den Lendorfer Wirt verkaufen. Damit geht eine Ära zu Ende.

LENDORF (ven). Nur mehr bis Ende des Jahres 2018 will Sonja Penker werkeln, dann sollte für den Lendorfer Wirt an der Hauptstraße ein neuer Besitzer gefunden sein. Die Familie möchte das Gasthaus nach über 130 Jahren in Familienbesitz verkaufen.

41 Jahre im Betrieb

Damals kaufte der Lendorfer Holzhändler Zauchner das Anwesen mit Landwirtschaft, Schmiede und Gaststätte. "Es gab auch einen Tanzsaal. Während des Krieges waren in der Tenne die Engländer einquartiert, man musste wegen der Bombenangriffe die Fenster stets geschlossen halten", so Penker. Oma Maria Zauchner heiratete Lodenfabrikanten Johann Penker und übernahm Anfang der 1960er Jahre das Anwesen. Sonja Penker ist bereits seit 41 Jahren in dem Haus tätig.

Viel investiert

"Anfangs wollte ich ja gar nicht. Ich hab bei Zellot in Spittal gelernt, und war auch 13 Saisonen im Hotel Ronacher in Bad Kleinkirchheim. Hier war alles alt, es gab keinen Geschirrspüler", erinnert sie sich. "Es war ein Landgasthaus, in dem man Karten spielte."
Schlussendlich übernahm sie mit ihrem Mann 1992 dann doch den Betrieb. "Sechs Jahre hat es gedauert, bis wir alles aufgebaut hatten und der Betrieb gut gelaufen ist. Ich hatte 27 Jahre lang auch ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Schwiegermutter, bis bei ihr Alzheimer ausgebrochen ist." 1993 baute das Paar den Betrieb um sieben Millionen Schilling um. 

Selbes Team

Auf auf ihr Personal ist Penker sehr stolz. "26 Jahre lang hatte ich hier die selben Mitarbeiterinnen. Sie machen das Jahr noch mit mir fertig und gehen dann in Pension", so Penker dankbar. Nach mehreren Schicksalsschlägen und aus privaten Gründen möchte sie die Kochschürze nun an den Nagel hängen. Ihre Kinder Manuela und Martin haben andere Pläne in ihrem Leben. 

150 Sitzplätze

Sie freut sich, einen gut gehenden Betrieb mit 150 Sitzplätzen und aktueller Ausstattung übergeben zu können. "Die Küche ist am neuesten Stand, vor zehn Jahren haben wir noch 140.000 Euro dort investiert. Es ist alles renoviert, die Heizung ist erst elf Jahre alt. Die Fenster sind neu, die Isolierung, auch die Fassade ist in Top-Zustand." Der 220 Quadratmeter große Dachboden bietet sich für einen Ausbau an. 
Zusätzlich gibt es im Haus drei Wohnungen, aus denen die Familie ausziehen wird sowie einen sieben Meter langen überdachten Swimmingpool im Garten und Kinderspielplatz. "Wir arbeiten mit sieben Busunternehmen zusammen, haben eine aktuelle Homepage. Das Geschäft läuft gut". 

Positive Erinnerungen

"Ich verbinde viele positive Erinnerungen mit dem Haus. Wir haben rund 15 Hochzeiten pro Jahr, hier heiraten viele Kinder von Paaren, die bereits selbst hier ihre Tafel hatten. Sie dankt dabei auch ihren treuen Mitarbeitern Sonja Springer, Gertrude Schwager und ihrer Tochter Manuela, die ihr stets zur Seite standen. Ihrem Schwager Johann Penker ist sie ebenfalls dankbar, er half stets mit. 
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