Notwendige Notwohnungen

L-Kromer4-34

KLOSTERNEUBURG (cog). Als die Beratungsstelle Klosterneuburg vor 15 Jahren gegründet wurde, deren Schwerpunkt auf Familien-, Scheidungs- und Erziehungsberatung liegt, ging es in zwei von zehn Fällen auch um die Sicherung der Existenz. Heute hat sich dieses Verhältnis genau umgedreht. Ein Großteil der Klienten sieht seine Existenz bedroht. Einen ähnlichen Zulauf hat die Schuldnerberatung.

Sonntagstreffen in Gefahr?
Im letzten Jahr fand in Klosterneuburg eine Tagung zum Thema „Armut im Wohlstand“ statt. Seither hat sich viel getan, Renate Kromer von der Beratungsstelle warnt aber davor, sich jetzt zurückzulehnen. Denn: Durch die Wirtschaftskrise schlägt die Armut auch in Klosterneuburg weiter um sich. „Armut ist hier zum Glück kein Massenphänomen, aber umso leichter sollte Hilfe sein. Was sich bewährt hat, ist die Kooperation mit dem Lionsclub“, so Kromer. Diese mache rasche und unbürokratische Soforthilfe möglich. „Es muss uns aber bewusst sein, dass die Lions auch nicht alles zahlen können.“
Aus der Armutstagung entstanden sind die sogenannten Sonntagstreffen, an denen Menschen mit Armutserfahrungen mit Experten und Politikern mehrmals zusammengetroffen sind. Ziele waren der Austausch, die Vernetzung sowie die Weitergabe von Information. „Es ging uns vor allem darum, die Bedürfnisse der Betroffenen zu erfahren“, erklärt Kromer. Finanziert wurde dieses Projekt bisher von der „Gesellschaft für politische Bildung“. Für eine Weiterführung müsste die Stadtgemeinde selbst in die Tasche greifen. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Treffen weitergeführt werden“, verspricht Sozialstadtrat Holger Herbrüggen (ÖVP).

Teurer Wohnraum bleibt Problem
Ungelöst im Raum steht nach wie vor die Problematik, dass Wohnraum in der Stadt sehr teuer ist. Ein Arbeitskreis, in dem Beratungsstelle, Bezirkshauptmannschaft, Gemeinde, Caritas und Lionsclub vertreten sind, arbeitet an Konzepten, die dem entgegensteuern sollen. Eine Lösung könnten betreute Notwohnungen sein. Erst gestern gab es deswegen eine ÖVP-interne Besprechung. Herbrüggen: „Es ist ein wichtiges Ziel für uns, solche Wohnungen zur Verfügung zu stellen, aber wir sind noch auf der Suche nach geeigneten Objekten.“ Als Übergangslösung sei angedacht, Menschen in akuten Notsituationen für ein paar Tage in Hotels unterzubringen.

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