40 Monate Haft für brutalen Schläger

Der 21-jährige tschetschenische Schläger
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ST. PÖLTEN (ip). „Hallo, wie geht´s dir“, grüßte ein Lehrling eine ehemalige Schulkollegin nachts vor einem Lokal in St. Pölten. Der Freund der 17-Jährigen sah rot, baute sich vor dem Lehrling auf und verpasste ihm einen Faustschlag. Mit Nasenbein- und Jochbeinprellung kam dieser im Vergleich zu seinem 16-jährigen Freund, der schlichten wollte, aber noch relativ gut davon.

Bereits fünfmal verurteilt

Am Landesgericht St. Pölten wurde der 21-jährige tschetschenische Brutalo, begleitet von vier Justizwachebeamten, aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal geführt. Mit den Prozessgepflogenheiten war er vertraut, nachdem er bereits fünfmal, davon viermal einschlägig, verurteilt und erst im Mai dieses Jahres bedingt entlassen worden war.
Konfrontiert mit den Vorwürfen von Staatsanwältin Christiane Burkheiser, wonach er am 15. September 2017 vier junge Burschen durch Faustschläge zum Teil schwer verletzt hatte, meinte er: „Ich denke, ich bin ein wenig schuldig!“ Darüber hinaus rechtfertigte er sein Verhalten mit mehrmaligem Kokainkonsum am Nachmittag, weshalb er sich auch nicht genau erinnern könne. Er wisse nur, dass ihm einer der Burschen einen Faustschlag versetzt habe. Als dieser, vermutlich durch seine Faust reglos am Boden lag, habe er nur geschaut, ob der noch lebe – laut Zeugen durch Tritte gegen den Kopf des Bewusstlosen, der mit einer Gehirnerschütterung, Rissquetschwunde, Prellungen und Abschürfungen ins Krankenhaus musste und keine Erinnerungen mehr an den Vorfall hat.

Kokain verschaffte 'Superman-Gefühl'

„Der hat schon gewusst, was er macht“, meinte ein weiteres Opfer. „Hör auf, ich tu dir nix!“, versuchte der Bursche den Tschetschenen zu beruhigen, bevor er ebenfalls die Faust aufs Auge bekam und zwei, drei Tage nichts sah.
Als „Superman-Gefühl“ beschrieb der Beschuldigte die Wirkung des Kokains, das auch seine Erinnerungen stark reduziert habe. Richter Slawomir Wiaderek „wunderte“ sich darüber, da der Angeklagte unmittelbar nach der Tat in einem ausführlichen Chat von dem Vorfall berichtete. „Glauben Sie fest, dass Sie dort nicht gewusst haben, was Sie tun, sich also nicht mehr unter Kontrolle hatten?“, wollte Wiaderek darüber hinaus wissen. Ja, sonst hätte er das nicht gemacht, behauptete der 21-Jährige. „Ich frage mich, wo dann die ganzen Vorstrafen herkommen“, ließ der Richter im Raum stehen.
Eng wurde es schließlich auch für die Freundin des Angeklagten. Trotz mehrfacher Warnungen des Richters vor einer Falschaussage, die mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden kann, änderte sie Teile ihrer Aussage vor der Polizei zugunsten ihres Freundes. „Um Sie auf den Boden der Realität zurückzuholen“, berichtete Wiaderek von der Aussage des Tschetschenen, wonach dieser sie nicht heiraten, sondern nur ein bisschen Spaß mit ihr haben möchte. Sie blieb „hart“ und handelte sich damit eine Untersuchung wegen Falschaussage ein.
Bedenkzeit erbat der Tschetschene nach dem Schuldspruch, wobei ihn der Richter zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilte. Zusätzlich kommen noch 16 Monate aus bedingten Vorstrafen und einer bedingten Haftentlassung dazu. Für einen Großteil der nicht anerkannten Schmerzensgeldforderungen verwies Wiaderek auf den Zivilrechtsweg. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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