Ältester Heizkessel im Bezirk gesucht

Schöllbauer: Der älteste Kessel der Region ist aus 1964.
  • Schöllbauer: Der älteste Kessel der Region ist aus 1964.
  • hochgeladen von Alisa Haugeneder

REGION. In dunkler Vergangenheit wurden sie von unseren Vorvätern in dumpfe Kellerräume verfrachtet - und dort sind sie noch heute. In vielen privaten und öffentlichen Gebäuden haben Relikte aus der fossilen Vorzeit die Klimawende überlebt und verbrennen dort Öl, Kohle und Geld. Umweltlandesrat Stephan Pernkopf sagt vorsintflutlichen Heizkesseln nun den Kampf an.

Modernisierung ab 2019
Ölöfen sollen ab 2019 in Neubauten verboten, bestehende Anlagen nach und nach modernisiert werden. In einer großangelegten Aktion sucht das Land nun die ältesten Heizkessel Niederösterreichs (siehe Zur Sache). Wir haben uns mit Installateuren und Rauchfangkehrern der Region unterhalten und wollten wissen, ob es irgendwo noch urzeitliche Energiefresser gibt. Beim St. Pöltner Installateur Karl Jeitler GesmbH gibt man bekannt, dass man heute in der Stadt kaum noch auf veraltete Heizsysteme stößt. "Man kann sagen, dass die ältesten Exemplare zwischen 10 und 20 Jahren alt sind", heißt es seitens der Firma.
Die Installateure der Karl Jeitler GesmbH sind überwiegend im Stadtgebiet mit Sanierungen beschäftigt. Hierbei sind vor allem Gasheizungen ein Thema. "Öl und Kohle sind eher im ländlichen Bereich verbreitet."

Luftpumpe Nummer eins

In Neulengbach setzt man laut Installateur Hubert Feiertag auf Alternativen: "Nur ältere Leute, die sich keine andere Heizung mehr leisten wollen, nehmen wieder eine Ölheizung, weil es einfacher ist und schneller geht. Bei uns ist die Luftwärmepumpe die Nummer eins.“ Michael Pinnow, Umweltgemeinderat in Eichgraben verlautbart: "Im Großen und Ganzen haben die Leute relativ neue Häuser. Dadurch haben wir sehr neue Heizungen mit Pellets oder Wärmepumpen. Alte Ölkessel wird man deshalb in Eichgraben nicht mehr so häufig finden, weil wir eine relativ neue Bausubstanz haben und viele aktuelle Bautätigkeiten. Daher setzen die meisten auf neue ökologische Heizungen." In Herzogenburg weiß Installateur Heinz Fischer zu berichten: "Die meisten Heizkessel sind 25/30 Jahre im Betrieb, erst wenn sie defekt sind, werden sie ausgetauscht“. Auf alte Kessel stößt das Team rund um Rauchfangkehrermeister Andreas Schöllbauer aus Kirchberg immer wieder, aber eher in privaten als in öffentlichen Gebäuden. "Die ältesten stammen aus 1964, 1971, 1979 und 1988."

So wird Ihr alter Energiefresser grün

Alte Heizkessel arbeiten oft ineffizient, verursachen höhere Heizkosten und verschlechtern die Luftqualität. Das niederösterreichische Heizkesselcasting soll die Besitzer und Besitzerinnen alter Heizkessel zum Umstieg auf erneuerbare Energieträger motivieren. Wer den ältesten Heizkessel in Niederösterreich besitzt, gewinnt beim „Heizkessel-Casting“ einen neuen Biomasse-Heizkessel im Wert von € 7.000,- von Ligno Heizsysteme.
Wichtig für die Teilnahme am „Heizkessel-Casting“ ist ein Nachweis über das Alter des Heizkessels. Dazu das Typenschild oder die Rechnung fotografieren und auf der Website der Energie- und Umweltagentur NÖ unter www.enu.at/heizkesselcasting hochladen oder per Post an die Energie- und Umweltagentur NÖ, Grenzgasse 10, 3100 St. Pölten schicken. Eingereicht werden kann bis 31. März 2017.

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