Anwurf: „Arierklasse“ für Oberschicht

Ort des Geschehens: In St. Pöltens Grillparzer-Schule zeigen sich deutlich Unterschiede zwischen den beiden Volksschule-Klassen.
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ST. PÖLTEN (HL). „Der sogenannte Jet-Set von St. Pölten (die Eltern setzen sich aus Berufsgruppen wie Doktoren oder Rechtsanwälten zusammen) hat es hier geschafft, unter Mitwirkung der zuständigen Schulbehörde diesen Umstand zu erreichen. Da wird wieder einmal deutlich, was alles mit Einfluss und Freunderlwirtschaft möglich ist. Die anderen Klassen müssen dagegen einen wesentlich höheren Ausländeranteil hinnehmen, im Gegensatz zur ‘Arierklasse‘, wie sie schon genannt wird.“ So steht es in erwähntem Schreiben, gezeichnet von „einem Bürger von St. Pölten“, der seinen Namen aber nicht nennen konnte (Zusatz im Brief: „Ist sonst nicht meine Art“).

Schuldirektorin Roswitha Weber bestreitet zwar erwähnte Nationalitäten-Aufteilung nicht (1a = 20 Schüler, davon 13 Ausländer oder mit Migrantenhintergrund; 1b = 23 Schüler, alles Österreicher), will aber von Unruhe oder „Arierklassen“-Vorwürfen nichts wissen. „Dieser Ausdruck ist empörend. Noch dazu, wo es sich bei der 1b um unsere Integrationsklasse handelt, in der fünf Kinder mit besonderen Bedürfnissen bestens eingelebt sind“, erklärt Weber. Die Zusammenstellung der Klassen hätte sich heuer „halt so ergeben“, da man die Wünsche der Eltern berücksichtigt habe (Weber: „Tun wir das nicht, bringen sie ihre Kinder heutzutage einfach in Privatschulen unter“).

Ins selbe Horn stoßen die St. Pöltner Stadtverantwortlichen. Die Anhäufung heimischen Nachwuchses in besagter Schulklasse wäre „purer Zufall“, 81 Prozent der Grillparzer-Schüler besäßen zudem ohnehin die österreichische Staatsbürgerschaft. „Das als Vorwurf zu verwenden, ist unverständlich“, runden die Stadtväter ihre Argumentation ab.

Knalleffekt: Insider sieht’s ähnlich
Der eigentliche Paukenschlag: VP-GR Ulrike Nesslinger, seit 24 Jahren in der Grillparzer-Schule beschäftigt, kann den Vorwürfen durchaus etwas abgewinnen. „Der hat schon recht, der das schreibt“, meint die Langzeit-Pädagogin.
Sie müsste es wissen: Schließlich unterrichtet Nesslinger die 1a, der „keine sinnvolle Nationalitäten-Durchmischung“ nachgesagt wird. „Von meinen 20 Kindern sind schlappe sechs römisch-katholisch, wir feiern nicht mal mehr das Weihnachtsfest nach alter Tradition. Diese Aufteilung ist nicht okay – und nicht gerecht.“

Autor:

Bezirksblätter St. Pölten aus St. Pölten

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