Betrug: Pensionist täuschte Opfer mit gefälschten Aufträgen von Schulen und Universitäten

Richter Slawomir Wiaderek verurteilte den Pensionisten zu zwei Jahren Haft.
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ST. PÖLTEN (ip). Zwei Monate nachdem ein 82-jähriger Pensionist aus dem Umland von St. Pölten 2013 wegen Betrugs verurteilt worden war, begab er sich abermals auf die Suche nach Menschen, die ihm größere Summen borgen konnten. Er behauptete, dass er Aufträge für moderne Schulbehelfe in der Tasche habe, die er vorfinanzieren müsse.
Am Landesgericht St. Pölten listete Staatsanwalt Karl Fischer die Beträge auf, die die drei Opfer dem Beschuldigten leichtgläubig zur Verfügung gestellt hatten: 24.000 Euro im März 2013, 8.000 Euro im November 2013, sowie 18.000 Euro im Juni 2014.
Er sei ein Jugendfreund ihres Mannes gewesen – damit begnügte sich eine 56-Jährige, ein weiterer Geldgeber kannte die Frau des Pensionisten, das dritte Opfer lernte ihn durch einen Schulkollegen kennen.

Geld zur Begleichung von Schulden

Unter dem Vorwand, er habe Aufträge von Schulen und Universitäten für seinen Handel mit interaktiven Whiteboards, gelang es dem einschlägig vorbestraften Mann Geld herauszulocken, wobei er in einem Fall einen gefälschten Kaufvertrag der Kepler-Universität über 100.000 Euro vorlegte, bei dem er die Unterschrift des Rektors gefälscht hatte. Eines der Opfer erwartete einen versprochenen Gewinn bis zu 30 Prozent.
Das Geld benötigte der Pensionist zur Begleichung von Schulden, die derzeit immerhin noch 40.000 Euro betragen. „Das Verhalten des Angeklagten ist nachvollziehbar“, so der vorsitzende Richter Slawomir Wiaderek in Bezug auf die Schulden, dennoch handle es sich um eine kriminelle Handlung, die der Staatsanwalt als „massiv“ bezeichnete.

Die Vollstreckung des Urteils – zwei Jahre Haft, davon acht Monate im Gefängnis (rechtskräftig) – hängt jedoch vom Gesundheitszustand des 82-Jährigen ab. Es sei zu prüfen, ob er überhaupt hafttauglich sei und wenn ja, könne er einen Fußfesselvollzug beantragen, so der Richter.
Weit optimistischer äußerte sich der Angeklagte: „Ich hoffe, wieder so gesund zu werden, dass ich meine Geschäfte wieder aufnehmen kann.“ „Das hoffe ich nicht“, so die spontane Reaktion des Richters.

Richter Slawomir Wiaderek verurteilte den Pensionisten zu zwei Jahren Haft.
Staatsanwalt Karl Fischer listete die Beträge auf, die drei Opfer dem Beschuldigten leichtgläubig zur Verfügung gestellt hatten.

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