St. Pölten
Beweise für Vergewaltigungsversuch wackelten

Der Täter – aufgenommen nach dem Urteil.
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  • Der Täter – aufgenommen nach dem Urteil.
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In einem fortgesetzten Prozess am Landesgericht St. Pölten führten die Widersprüche einer 36-Jährigen, die dem Angeklagten eine versuchte Vergewaltigung zur Last legte, zu einem Schuldspruch wegen Nötigung. Die Staatsanwaltschaft legte umgehend volle Berufung gegen das Urteil ein.

ST. PÖLTEN (ip). Der Vorfall soll sich im Sommer vergangenen Jahres auf einem Supermarktparkplatz ereignet haben, als der 20-Jährige die verheiratete Frau, mit der er bis Mai 2019 eine sexuelle Beziehung hatte, auf dem Heimweg von einem Lokal in St. Pölten einholte.

„Er wollte mit mir die Nacht verbringen“,

erklärte die Zeugin gegenüber Richter Markus Grünberger. Ihr „Nein“ habe dazu geführt, dass er sie zunächst begrapscht, sie zu Boden gebracht und auf sie gesetzt habe. Nach einem Biss in den Arm des Mannes konnte sie weglaufen. Er habe sie eingeholt und abermals zu Boden gestoßen. Aufgrund seiner starken Alkoholisierung gelang ihr dann doch die Flucht. Anzeige habe sie vorerst keine erstattet, obwohl ihr Ehemann es wollte. Erst nach einem Vorfall zu Silvester, als er sie vor einem Lokal abermals gedrängt habe, die Beziehung wieder aufzunehmen und ihr dabei den Finger verdrehte, ging die 36-Jährige zur Polizei.

Ungereimtheiten bei der Aussage

Zur Körperverletzung zeigte sich der Angeklagte geständig, eine versuchte Vergewaltigung leugnete er. Er habe die alkoholisierte Frau weinend am Parkplatz angetroffen und ein Taxi organisiert. Grünberger konfrontierte die 36-Jährige mit ihren Aussagen vor der Polizei, wobei doch einige Ungereimtheiten zur Aussage vor Gericht auftraten.

„Wir sind sicher, dass etwas vorgefallen ist“,

meinte der Richter. Vermutlich habe der Mann die Nacht mit seiner Ex-Freundin verbringen wollen und sei handgreiflich geworden. Von sexuellen Übergriffen könne man aufgrund ihrer Widersprüche nicht mit Sicherheit ausgehen, daher gab es einen Schuldspruch wegen Nötigung und Körperverletzung.

Zwölf Pflegeheimbewohner bestohlen

Ebenfalls verurteilt wurde der 20-Jährige wegen Diebstahls, wonach er als Zivildiener zwischen März und September 2019 insgesamt zwölf Bewohner eines Pflegeheimes der Landeshauptstadt bestahl. Von der Gesamtbeute in Höhe von 955 Euro, gab es bereits eine teilweise Wiedergutmachung, den Rest muss er nun als Verfall an den Staat abführen.

1.000 Euro Schmerzensgeld

Ausgeschieden aus dem Prozess wurde der Vorwurf einer Körperverletzung zur Einvernahme weiterer Zeugen. Dabei ging es um eine Lokalschlägerei, bei der der Beschuldigte einem anderen Gast ein Glas gegen den Kopf geschlagen habe. Opfervertreter Klaus Salfelner beantragte 1.000 Euro Schmerzensgeld unter anderem für die Rissquetschwunde seines Mandanten.
Das vorläufige Urteil, sechs Monate bedingt mit dreijähriger Probezeit und Bewährungshilfe, muss nun vom Oberlandesgericht geprüft werden.

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