Gericht
Briefträgerin stapelte tausende Postsendungen zuhause

Die Postzustellerin mit Rechtsanwalt mir Rechtsanwalt Michael Hofbauer
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Eine 51-jährige Briefträgerin aus Sankt Pölten hortete über 25.000 Postsendungen bei sich zuhause.

ST. PÖLTEN (ip). Nicht nur adressierte Werbezusendungen, diverse Briefe und Gegenstände, sondern auch rund hundert RSa- und RSb-Briefe von Behörden fanden Erhebungsbeamte der Post im Haus einer 51-Jährigen, die sich als Briefträgerin im Bezirk St. Pölten Land überfordert fühlte und acht Jahre lang mehr als 25.100 Postsendungen nicht mehr zustellte.

"Sache über den Kopf gewachsen"

Staatsanwalt Karl Fischer klagte wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und Veruntreuung und erhielt im Prozess am Landesgericht auf die Frage nach dem Warum mit kleinlauter Stimme die Antwort: „Mir ist die Sache einfach über den Kopf gewachsen.“ Überforderung, private und finanzielle Probleme – es sei einfach alles eskaliert, versuchte die Beschuldigte ihr Handeln zu erklären, wobei ihr bewusst war, dass vor allem das Nicht-Zustellen von Behördenschreiben doch auch dramatische Konsequenzen für die Adressaten haben könnte.

Dienstgeber schöpfte Verdacht

Als sie zuletzt auch Nachnahmegebühren entweder gar nicht einhob oder nicht ablieferte, schöpfte der Dienstgeber Verdacht. In einem ersten Gespräch war sie sofort umfassend geständig, bezahlte die ausständigen Beträge in Höhe von 834,90 Euro und führte die Ermittler zu den gehorteten Postsendungen.
Wie bereits Fischer betonte, hob auch Verteidiger Michael Hofbauer hervor, dass sich die 51-Jährige keinesfalls bereichern wollte. Darüber hinaus verwies er auch auf die bisherige Unbescholtenheit, das sofortige umfassende und reuige Geständnis und die Schadensgutmachung seiner Mandantin als Strafmilderungsgründe hin.
Der Schöffensenat urteilte anklagekonform und sah spezialpräventiv eine Geldstrafe als ausreichend. Mit 2.940 Euro (420 Tagessätze dem derzeitigen Einkommen entsprechend zu je sieben Euro, oder 210 Tage Ersatzfreiheitsstrafe) erklärten sich beide Seiten einverstanden. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Die Postzustellerin mit Rechtsanwalt mir Rechtsanwalt Michael Hofbauer
Staatsanwalt Karl Fischer.

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