Landesgericht St. Pölten
Ex-Polizist muss wegen schweren Raubes ins Gefängnis

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Im September wurde ein maskierter Täter vor einem Geldinstitut in Wilhelmsburg festgenommen. Jetzt musste er sich wegen schweren Raubes vor Gericht verantworten. 

WILHELMSBURG (pw). Er war 25 Jahre lang Polizist. Die Tatsache hielt einen 51-jährigen jedoch nicht davon ab, selbst beinahe zum Bankräuber zu werden. Mit Perücke, Schnurrbart und einer Schreckschusspistole im Gepäck, machte er sich am 12. September von Budapest auf den Weg  Richtung Wien. Auf der Autobahn will er den Plan für den Überfall gefasst haben. Finanzielle Probleme sollen dafür ausschlaggebend gewesen sein. In Wilhelmsburg bezog er dann vor einem Geldinstitut Stellung. Im letzten Moment habe er seinen räuberischen Plan verworfen. 

Der ungarische Staatsbürger musste sich jetzt am Landesgericht St. Pölten wegen schweren Raubes und Urkundenfälschung vor Gericht verantworten. Der Angeklagte bekannte sich zu Beginn teilweise schuldig. Er habe den Raubversuch aber freiwillig abgebrochen, betonte der 51-Jährige. "War es nicht so, dass Sie das herannahende Polizeiauto zur Flucht zwang?", stellte der Richter gleich zu Beginn die Frage in den Raum. Nein, vielmehr sei es eine Art "Eingebung" gewesen, sein Gewissen habe sich bei ihm gemeldet und so den Überfall "verhindert", erklärt seine Verteidigerin. 

Während der Verhandlung wirkte der Angeklagte abwesend, beantwortete Fragen nicht und war kaum ansprechbar. "Mir geht es nicht gut. Kann ich ein Glas Wasser haben", bat er. Danach folgte ein mehrmaliges, ausgiebiges Gähnen. "Hat er Medikamente bekommen?", wollte der Richter wissen. "Oder müssen wir seinen Geisteszustand überprüfen lassen?" Nach ein paar Minuten und einigen Schluck Wasser hatte sich der Mann wieder gefangen. 

Tat freiwillig abgebrochen

Die Pistole habe er immer im Auto. Auch die Perücke und den Bart will er schon lange vor dem geplanten Raub gekauft haben. Wofür, weiß er nicht mehr. Laut eigener Aussage im Polizeiprotokoll, habe er in der Früh beschlossen, den Überfall auszuführen. Vor dem Geldinstitut in Wilhelmsburg habe er sich mittels Perücke und Bart maskiert, Gummihandschuhe angezogen und dann 15 Minuten im Auto verharrt. Gegen 13.30 Uhr ging er zum Eingang der Filiale und wartete. Etwa 20 Minuten. "Warum?", wollte der Richter wissen. "Ich habe gegrübelt und mich dann dagegen entschieden", so der Angeklagte. War es nicht vielmehr so, dass die Tür versperrt war?", fragte Herr Rat weiter. "Nein." Was der 51-Jährige anscheinend nicht wusste: Die Filiale in Wilhelmsburg hat von 12 bis 13.30 Uhr Mittagspause. 

Einer zufällig vorbeikommenden Passantin fiel der maskierte Mann auf und sie verständigte die Polizei. Als die Beamten um 13.30 Uhr vor dem Geldinstitut vorbeifuhren, befand sich der Ungar noch in unmittelbarer Nähe zum Eingang. "Damit steht fest, dass Sie eindeutig auf das Eintreffen des Polizeiautos reagiert und deswegen die Flucht ergriffen haben", hält der Richter fest.

Schöffenverhandlung

Das rechtskräftige Urteil: 21 Monate unbedingt, bei einem möglichen Strafrahmen von ein bis 15 Jahren. Als Milderungsgründe wurden das Geständnis, seine Unbescholtenheit und die Tatsache, dass es beim Versuch blieb, gewertet. Die Monate der U-Haft werden ihm angerechnet.

Lesen Sie dazu auch: 
Ex-Polizist vor bewaffnetem Raubüberfall verhaftet

Autor:

Petra Weichhart aus St. Pölten

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