LOKALAUGENSCHEIN AM 1. TAG
FREQUENCY 2019 - THE WAY TO MADNESS

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"WAY TO MADNESS" dieser Schriftzug aus riesigen plastiküberzogenen Lettern begrüßt die jugendlichen Festivalbesucher gleich beim Haupteingang. Während ihre kleineren Brüder und Schwestern (zumindest bis zum Ferienbeginn) jeden Freitag auf die Straße gegangen sind, um für ein neues Umweltbewusstsein zu protestieren, reist ein Großteil der Besucher (wohl aus Bequemlichkeit) mit dem eigenen Auto an.

Bereits am Abend des ersten Tages gegen 18 Uhr ist von einem Umdenken respektive Verantwortung übernehmen gegenüber der Natur nichts zu bemerken. Müll überall, Plastikflaschen sind allgegenwärtig und treiben gelassen in der Traisen, wo sie wahrscheinlich in einigen Jahrzehnten zu Mikroplastik konvertieren werden.

Trotz zahlreicher Toiletten wird überall gepinkelt, wo man gerade geht und steht, und dabei ist es früher Abend und der Alkoholspiegel der meisten Besucher liegt noch bei Zero.

"Wie und wo werden die Menschen Zähne putzen?" sinniere ich. "Und wohin werden sie ihre mit Fluoridzahnpasten kontaminiertes Zahnputzwasser spucken?" Am Boden? In die Traisen? Wie werden die Müllmänner (und Müllfrauen hihi) dieses entsorgen?

Entlang der Traisen wird noch weit hinter der Absperrung campiert. In der freien Natur, im Naherholungsgebiet der St. Pöltner. Die Silvesterknallerei ist anscheinend zu wenig, deshalb hat man Festivals erfunden, um die lieben Tiere in freier Wildbahn mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu verschrecken, damit sie sich daran gewöhnen. Aha!

Die Musik hat begonnen. 2 Eichhörnchen ergreifen die Flucht. Eine Gruppe von Enten fliegt über mich hinweg und ein Vogelschwarm nimmt Reißaus. Nicht nur die Menschen - allen voran die Anrainer - sind ab heute im Ausnahmezustand!

Wir waren auch mal jung! Claro! Sind auf Konzerte gegangen, haben geraucht und gesoffen. Das gehört(e) damals wie heute "dazu"! Rückblickend gesehen war es doch nicht so eine tolle Sache... Der Tinnitus wäre vielleicht erst Jahrzehnte später aufgetreten, das Zahnfleisch wäre heute ohne die vielen Zigaretten in einem gesünderen Zustand, der Husten nicht chronisch und den vormals gesunden Körper freiwillig mit Alkoholexzessen zu malträtieren, zeugt nicht von umwerfend hohem IQ. Aber wer denkt schon an Folgeschäden, solange er/sie (noch) jung und fit ist...

Greta Thunberg meint, am verheerenden Zustand der Welt trügen die "Erwachsenen" die Schuld. Allerdings kenne ich viele von dieser gefürchteten Sorte, die sehr umweltbewusst leben, die die Natur inkl. Tier- und Pflanzenwelt respektieren und noch nie irgendetwas in der Natur weggeworfen haben; auch nicht bei Festivals und selbst dann nicht, wenn ein Putztrupp bereitsteht. Ist doch "Ehrensache" oder?

Ob die Klimaschützer von heute bald die Plastikmüllverursacher von morgen sein werden, wird sich bei den nächsten Festivals zeigen. Viel Spaß beim Feiern!

Autor:

Nina Salmutter aus St. Pölten

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