Landesgericht St. Pölten
Gehörloser wurde zum Raubopfer

Die Rumänin vor Gericht.
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Mitte April dieses Jahres lockte eine 17-jährige Rumänin einen gehörlosen Passanten in der St. Pöltner Fußgängerzone in einen Hauseingang. Ihnen folgte der 22-jährige Landsmann der Frau in den Hinterhalt, wo beide ihr Opfer an den Handgelenken festhielten und ihm eine Goldkette im Wert von etwa 500 Euro vom Hals rissen.

ST. PÖLTEN (ip). Einen Tag später konnten Beamte der Polizeiinspektion beim Bahnhof das Duo festnehmen. Im Zuge ihrer Ermittlungen stießen sie auf weitere Straftaten, die Staatsanwältin Julia Berger beim Prozess am Landesgericht St. Pölten chronologisch auflistete.
Bereits 2019, als die Jugendliche tageweise nach Österreich kam, klaute sie gemeinsam mit zwei Komplizinnen in Linz eine Handtasche aus einem Kinderwagen. Im November 2020 entriss sie in Salzburg einer Frau, die sich geweigert hatte, ihr Geld zu geben, die Geldbörse. Dabei kam es zu einem Gerangel, bei dem das Opfer, das sich bei seiner Einvernahme laut Polizeiprotokoll wenig kooperativ zeigte, unbestimmten Grades verletzt wurde.

Festnahme durch Polizei

Gemeinsam mit dem Mitangeklagten bediente man sich in einem Hotel in einer Spendenbox, holte eine Reisetasche samt Inhalt aus einem unversperrten Spind und packte in einem Grazer Einkaufszentrum ohne zu bezahlen Kleidung in eine Tasche. Im März dieses Jahres brach der 22-Jährige eine Kellertüre auf, wo er tags darauf gemeinsam mit der 17-Jährigen und zwei weiteren Eindringlingen von der Polizei aus dem Schlaf gerissen wurde. Dabei stellten die Beamten auch zwei gestohlene Kinderspielwägen sicher.
„Sie waren beide von Ihren Verteidigern gut beraten und haben ein umfassendes Geständnis abgelegt“, resümierte Richter Markus Grünberger das Beweisverfahren, dem zwei milde Urteile folgten, wobei das Verteidigerduo Nicole Nossek und Erich Gemeiner im Vorfeld unter anderem auch auf die Unbescholtenheit der Angeklagten hinwies.

Die Urteile

Beide wurden zu zwei Jahren Haft, davon 23 Monate bedingt für die Frau und 20 Monate bedingt für ihren Komplizen, verurteilt. Der 22-Jährige hatte zwar weniger Straftaten zu verantworten, war aufgrund seines Alters jedoch mit einer Strafe bis zu zehn Jahren bedroht, die Jugendliche nur bis zu fünf Jahren. Sie konnte nach dem Prozess enthaftet werden, da sie ihre unbedingte Strafe bereits in U-Haft verbüßt hat. Beide Urteile sind rechtskräftig.

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