St. Pölten
Impfen: Die Qual der Wahl

Das Thema Impfen lässt keinen kalt. Befürworter und Gegner haben ihre Argumente.
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Teil 1 unserer neuen Impf-Serie. Das Thema spaltet die Gemüter. Was ist wichtig? Die Bezirksblätter haben sich umgehört.

REGION. Ein heute geborenes Baby bekommt bis zu seinem 18. Geburtstag satte 50 Impfungen. Während die einen darin den medizinischen Fortschritt und die Ausrottung gefährlicher Krankheiten sehen, finden Kritiker viele Impfungen schlicht für überflüssig. In unserer neuen Serie „Gute Impfung, schlechte Impfung“ (S. 20) beleuchtet Medizinjournalist Bert Ehgartner ab dieser Woche Vorteile und Nachteile des Impfens. Wir haben uns im Bezirk umgehört, wie es um die Impfmoral steht, welche Impfungen zu empfehlen oder auch abzulehnen sind und wie Einzelne sich dem Thema nähern.
Karl Zwiauer ist Abteilungsvorstand für Kinder- und Jugendheilkunde im Universitätsklinikum St. Pölten und sitzt seit 2011 im Impfgremium des Bundesministeriums für Gesundheit. Welche Gefahren sieht er aus ärztlicher Sicht beim Impfen oder Nichtimpfen? "Jede einzelne in Österreich empfohlene Impfung hat sich in der Abwägung von Risiken, Gefahren und Vorteilen der Impfung selbst und der durch die Impfung verhinderten Infektionskrankheit als sinnvoll gezeigt. Aus Sicht der Medizin überwiegen bei allen empfohlenen Impfungen die Vorteile des Impfens gegenüber dem Nichtimpfen." Zwischen Impfgegner und Impfbefürworter haben sich Fronten gebildet. Welcher Standpunkt ist aus ärztlicher Sicht vertretbar? "Als der Hochschulmedizin und evidenz-basierter Medizin verpflichteter Mediziner gibt es wohl nur eine Sicht: Es gibt kaum eine andere medizinische Maßnahme, die so vielen Menschen das Leben gerettet hat wie Impfungen", erklärt der Kinderarzt. Wie entwickelt sich aus seiner Sicht die Impfmoral in der Region St. Pölten? "Langfristig setzen sich die medizinischen Maßnahmen durch, die sinnvoll und vorteilhaft sind – es ist nur eine Frage der Zeit", so Zwiauer.

Entscheidungsfindung

Iris Burger aus Wilhelmsburg ist Hebamme und Mutter. Sie selbst wird oft von Eltern gefragt, wie sie persönlich mit dem Thema Impfen umgeht. Doch solche Entscheidungen kann sie den Eltern nicht abnehmen. "Die Verantwortung für Impfen oder Nicht-Impfen liegt bei ihnen. Mögliche Unruhezustände oder ein Temperaturanstieg nach dem Impfen sind eine kurzfristige Reaktion des Körpers und kein Impfschaden", erklärt Burger. Für sie ist es wichtig, die Eltern auf ihrem Weg zur Entscheidungsfindung zu begleiten.
Aus medizinischer Sicht tut sich auf dem Gebiet der Impfungen einiges: "Die zunehmende Forschung und das immer umfassendere Wissen bringen neue Therapien und Impfstoffe hervor. Somit steigt die Anzahl der empfohlenen Impfungen stetig an, beispielsweise HPV. Natürlich ist es als Laie oft schwer einzuschätzen, ob eine medizinische Notwendigkeit oder wirtschaftliche Profitgier dahintersteckt", so die Wilhelmsburgerin. Was für Iris Burger gar nicht geht, "sind angstbehaftete Aufklärungen und Meinungsbildung sowie Moralpredigten oder Vorwürfe. Dies gilt sowohl für die Impfbefürworter als auch für die Impfgegner". Der Fokus sollte auf dem Wohl des Kindes liegen.

Informationsaustausch

Impfbefürworter sind Johanna und Christoph Stelzer von der Marien Apotheke in Ober-Grafendorf: "Impfen ist der wichtigste Schutz, den man seinen Kindern mitgeben kann. Mit unterschiedlichen Teilen von Viren wird das Immunsystem trainiert. Aber Lebend-Impfungen können die Krankheit nicht auslösen", erklären die beiden. Sie verstehen aber auch die Skeptiker: "Es gibt viele Mythen, doch es hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr viel geändert."

Impfkritisch

Natascha M. aus dem Traisental beschäftigt sich mit der Impfthematik seit ihrer ersten Schwangerschaft im Jahr 2015: "Ich kann jedem nur empfehlen, sich ausführlich darüber zu informieren. Früher waren Masern, Mumps und Röteln komplett normal. Heutzutage werden sie geimpft, warum? Vor allem ist die heutige medizinische Versorgung eine weitaus bessere (wobei wir ausschließlich homöopathisch behandeln). Für mich und meine Familie ist klar, dass wir uns für die Krankheit entscheiden. Es ist schon sehr viel Geschäftemacherei, die Impferei."

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