Gericht
Internet-Liebe endete mit Messer am Hals

Der Beschuldigte vor Gericht.
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Ein 30-jähriger Salzburger schlug eine St. Pöltner Reinigungskraft und fasste eine bedingte Haftstrafe aus.

ST. PÖLTEN. „Ich werde eine große Scheiße bauen“, soll ein 30-Jähriger seine Morddrohungen gegenüber einer St. Pöltner Reinigungskraft formuliert haben, die sich aus Angst vor dem Salzburger Mitte Dezember 2018 an die Polizei wandte.

Die Vorwürfe bestritten

Am Landesgericht bestritt der bislang unbescholtene Mann die ihm zur Last gelegte Körperverletzung, für die es laut Verteidiger Michael Hofbauer auch keinen objektivierten Nachweis gebe. Auch zum Vorwurf der schweren Nötigung bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig, die Kosten für die Türe, die er in der Wohnung der Frau eingeschlagen hatte, war er jedoch bereit zu übernehmen. Das Paar lernte sich über Facebook kennen und ab Ende August vergangenen Jahres entwickelte sich eine Wochenendbeziehung, in der es sehr bald zu heftigen Streitereien kam. „Er war sehr eifersüchtig und hat mich kontrolliert“, erklärte die Zeugin.

Handy kontrolliert

Ja, vier oder fünf Mal habe er ihr Handy angeschaut, gab der Beschuldigte zu, aber erst, als er erfahren hatte, dass sie schon mehr als zwei Beziehungen vor ihm gehabt hätte. Zu Streit sei es hauptsächlich am Telefon gekommen, war er am Wochenende bei ihr, sei alles relativ friedlich abgelaufen. Ihre Absicht, die Beziehung zu beenden, habe ihn immer aggressiver werden lassen, berichtete die Frau. Eine Ohrfeige mit der flachen Hand, eine kaputte Türe und schließlich ein Messer, das er ihr an den Hals gehalten habe, hätten immer mehr Angst vor ihm erzeugt. „Ich werde dich und deinen Sohn erschießen“, habe er schließlich nicht nur ihr, sondern auch ihrem Kind gedroht und als er ihr am 16. Dezember telefonisch ankündigte, vor ihrer Haustüre auf sie zu warten, habe sie Anzeige erstattet.
Nach dem Vorfall mit der Türe habe er sich hundertmal bei ihr entschuldigt, doch für die Beschimpfungen und Beleidigungen, die sie ihm auf Albanisch zuschrie, habe sie sich nicht entschuldigt. „Für mich ist es das Schlimmste, wenn jemand meine Mutter beleidigt“, erklärte der serbischstämmige Österreicher.
„Mit dieser Frau möchte ich nie, nie mehr etwas zu tun haben!“, wiederholte er mehrfach und akzeptierte den Schuldspruch des Richters.
Dieser verurteilte ihn letztlich zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je fünf Euro (90 Tage Ersatzfreiheitsstrafe) und einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten (nicht rechtskräftig).

Der Beschuldigte vor Gericht.
Rechtsanwalt Michael Hofbauer

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