Junge St. Pöltner der Schlepperei überführt

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Die Polizei wurde bei Maria Enzersdorf auf ein Auto aufmerksam, dass das Rotlicht einer Ampel ignorierte. In Wiener-Neudorf kam das Auto zum Stillstand und bei der Kontrolle wurde der Tatbestand der Schlepperei festgestellt.

REGION. Im Zuge der intensivierten Fahndungstätigkeiten nahm eine Streife der Polizeiinspektion Maria Enzersdorf am 24. Februar 2021, gegen 21.45 Uhr, einen Van wahr, der von der Süd Autobahn kommend, bei der Ausfahrt Mödling in Richtung Süden auf die B 17 fuhr. Bei der dortigen Ampelkreuzung missachtete der Lenker das Rotlicht. Der Fahrzeuglenker ignorierte in weiterer Folge sämtliche Anhalteversuche der Polizeistreife, die das Fluchtfahrzeug unter Verwendung von Blaulicht und Folgetonhorn verfolgte. Die Flucht wurde mit weit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Süden fortgesetzt und dabei zahlreiche schwerwiegende Verwaltungsübertretungen begangen.
In Wiener Neudorf, im Bereich der Station der Wiener Lokalbahnen verlor der Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Van schlitterte über den Gleiskörper und kam auf den Geleisen der Badener Bahn zum Stillstand. Das Fluchtfahrzeug wurde dabei schwer beschädigt.
Der unmittelbar hinter dem Fluchtfahrzeug nachfahrende Streifenkraftwagen geriet ebenfalls auf die Geleise der Badener Bahn und konnte ohne Kollision mit anderen Fahrzeugen zum Stillstand gebracht werden. Beide Fahrzeuge waren schwer beschädigt. Die Insassen des Fluchtfahrzeuges sowie die Polizeibeamten blieben unverletzt. Im Fond bzw. im Kofferraum des Vans befanden sich sieben syrische Staatsbürger, die unberechtigt nach Österreich eingereist waren. Es handelt sich um drei Frauen und vier Männer im Alter von 16 bis 54 Jahren. Sie suchten um Asyl an und wurden nach den Bestimmungen des Fremdenpolizeigesetzes vorläufig festgenommen.

Auf frischer Tat ertappt

Die einschreitenden Polizistinnen und Polizisten konnten den Lenker des Fluchtfahrzeuges und dessen Beifahrer auf frischer Tat bei der Durchführung einer Schlepperfahrt betreten und festnehmen. Bei den Festgenommenen handelt sich ebenso um syrische Staatsbürger, 21 und 23 Jahre alt, beide in St. Pölten wohnhaft. Kriminalisten des Ermittlungsbereiches Menschenhandel des Landeskriminalamtes Niederösterreich übernahmen die weitere Amtshandlung.
Beide Männer zeigten sich bei ihrer Beschuldigtenvernehmung geständig, in den vergangenen Wochen mehrere Schlepperfahrten durchgeführt zu haben.

Weiterer Mittäter ausgeforscht

Aufgrund der Angaben der Beschuldigten sowie der Ergebnisse umfangreicher Ermittlungen gelang es, einen weiteren Mittäter bzw. Auftraggeber auszuforschen. Noch in den Nachtstunden des 25. Februar 2021 konnte die von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angeordnete Festnahme an der Wohnadresse in St. Pölten vollzogen werden. Es handelt sich um einen syrischen Staatsbürger im Alter von 35 Jahren.

Die Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich wiesen den drei Beschuldigten zumindest 30 Schlepperfahrten ab der ungarisch/österreichischen Grenze nach, wobei insgesamt mindestens 200 Personen in Wien 16. und Mödling abgesetzt wurden. Pro geschleppte Person lukrierten die Beschuldigten einen Bargeldbetrag in der Höhe von 150 Euro. Daraus ergibt sich eine Schlepperlohn von mindestens 30.000 Euro.

Hausdurchsuchungen in St. Pölten

Bei den von der Staatsanwaltschaft angeordneten Hausdurchsuchungen im Stadtgebiet von St. Pölten, stellten die Ermittler zahlreiche Beweisgegenstände (div. Datenträger, Schlepperfahrzeuge, verbotene Waffen und Kennzeichen) sowie Bargeld in der Höhe von mehr als 4.000 Euro sicher.
Alle drei Beschuldigten wurden in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.

Innenminister Karl Nehammer:

„Unsere Spezialeinheiten führen den Kampf gegen die organisierte Kriminalität und Schlepperei mit aller Konsequenz und Härte. Ich bin froh, dass durch die gewissenhafte Arbeit der Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich erneut ein Schlepperring zerschlagen werden konnte. Die Schlepper haben ihre perfide Methodik vor allem während der Corona-Pandemie immer weiterentwickelt und nutzen das Leid der Menschen aus, um Geschäfte zu machen. Dagegen gehen die Polizistinnen und Polizisten bei groß angelegten Schwerpunktaktionen aber natürlich auch im regulären Dienstbetrieb mit vollem Einsatz vor.“

Die Ermittlungen zur Ausforschung möglicher weiterer Auftraggeber und Mitglieder der Schlepperorganisation werden von den Kriminalisten des Ermittlungsbereiches Menschenhandel im Landeskriminalamt Niederösterreich fortgeführt.

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