Hesserkaserne St. Pölten
Kein Corona-Schutz – Kritik an Bundesheer

Hesserkaserne in St. Pölten: Sollte es zu Hause einen Verdachtsfall geben, muss dieser sofort gemeldet werden.
  • Hesserkaserne in St. Pölten: Sollte es zu Hause einen Verdachtsfall geben, muss dieser sofort gemeldet werden.
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Maßnahmen wurden nachgeschärft: Das Bundesheer kontert den Vorwürfe.

BEZIRK(kk/pw). Die Corona-Maßnahmen sind derzeit in aller Munde und werden vonseiten der Bevölkerung unter großen Entbehrungen eingehalten. Umso fragwürdiger erscheint einer 69-Jährigen der derzeitige Aufenthalt ihres Enkels beim Bundesheer.

"Wie kann es sein, dass ich mich strikt an die Maßnahmen halte, das Haus nicht verlasse und mein Enkel täglich von ungeschützten Gruppen-Aktivitäten nach Hause kommt",

fragt sich die besorgte Großmutter aus dem Raum Wienerwald, die mit ihrem Enkelsohn in einem Haushalt lebt. Wie der Großteil der Bevölkerung nimmt sie die Sache ernst, gehört sie doch aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe.

Hesserkaserne

Der 20-Jährige, der im Jänner seinen Grundwehrdienst begann, wurde vor einigen Wochen der Hesserkaserne in St. Pölten zugeteilt, um für einen Versorgungstrupp ausgebildet zu werden, der die Polizei in Zeiten der Corona-Krise unterstützen soll. Mittlerweile, drei Wochen später, unterhält sie sich mit ihrem Enkel aus Vorsicht nur mehr aus der Ferne. Was ihr sauer aufstößt:

"Ohne Maske, Schutzanzug und Einhaltung der Distanz zueinander, werden die Burschen in Selbstverteidigung und Nahkampf trainiert. Nach Dienstschluss fahren sie wieder zu ihren Familien, Großeltern und weiteren Risikopersonen im Familienkreis. Gerade diese Personengruppe stellt eine große Gefahr für die Bevölkerung dar. Wie kann das sein?",
so die 69-Jährige.

Vonseiten des Militärkommandos NÖ werden hier vereinzelte Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Corona-Maßnahmen eingeräumt: "Hinsichtlich der Schutzvorkehrungen wurde mittlerweile nachgeschärft. Die Soldaten werden laufend darauf hingewiesen, um sie dafür zu sensibilisieren", erklärt Presseoffizier Sebastian Schubert.

Maßnahmen nachgeschärft

So gebe es jetzt Eintrittskontrollen durch kontaktloses Temperaturmessen, die Hygienemaßnahmen werden strikt eingehalten, alles werde regelmäßig desinfiziert, um ein mögliches Ansteckungsrisiko zu minimieren.

"Wir wollen auf keinen Fall, dass das Virus zu uns hereinkommt, denn dann müssten wir die Kaserne sperren", so Schubert.

"Sogar im Speisesaal oder beim Lauftraining wird ein Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten", so Schubert. Den Sport gänzlich zu streichen, sei hinsichtlich der körperlichen Fitness nicht tragbar. Auch in Sachen Schutzbekleidung wurde nachgeschärft: "Die Heeresbekleidungsanstalt produziert derzeit Masken für den Eigenbedarf. Diese werden in den nächsten Tagen geliefert", erklärt der Sprecher. Handschuhe seien vorhanden. Auch das Desinfektionsmittel werde mittlerweile in Oberösterreich selbst produziert.

Assistenzeinsatz

Grundsätzlich warten die jungen Männer auf ihren Assistenzeinsatz, um damit die Polizei oder Gesundheitsbehörde zu unterstützen. "Wir warten, bis wir angefordert werden. Es kann täglich so weit sein. "Auf die täglichen Heimfahrten der Grundwehrdiener angesprochen heißt es: "Es wäre für die Moral und Motivation nicht gut, die Burschen zu kasernieren. Es ist auch nach derzeitigem Stand nicht notwendig." Die meisten sind mit dem eigenen Auto unterwegs.

"Wir appellieren in intensiven Gesprächen an die Soldaten, sich auch in der Freizeit an die Auflagen zu halten."

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