Bezirk St. Pölten
Kinderbetreuung: Schweres Los für die Eltern

Für Hymeyra S. ist die Lage untragbar.
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Die neueste Studie der Arbeiterkammer NÖ zeigt, dass die Region bei der Kinderbetreuung im Mittelfeld liegt.

REGION. Die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf ist schon länger ein Thema. Die Frauenabteilung der AKNÖ hat es zum Anlass genommen, die Situation der Kinderbetreuung zu analysieren. Dabei wurden erhebliche Unterschiede beim Betreuungsangebot festgestellt. Landesweit ist die Situation für arbeitende Eltern nicht gut. NÖ liegt bei Betreuungseinrichtungen mit mehr als zehn Stunden Öffnungszeit an vorletzter Stelle.
Im Bezirk St. Pölten-Land werden 21,1 Prozent der unter Dreijährigen fremdbetreut. In der Stadt liegt dieser Wert bei 18,5 Prozent. Auch bei den sogenannten VIF-Kriterien (Voraussetzung für eine Vollzeitarbeit der Eltern) liegt die Region durchschnittlich im Mittelfeld: St. Pölten-Stadt bei 11,2 Prozent, der Bezirk bei 15 Prozent.

AK-Bezirksstelle

"Das Fehlen von arbeitsfreundlichen Kinderbetreuungsplätzen im Bezirk verhindert ein höheres Beschäftigungsniveau, vor allem bei Frauen. Wir sprechen uns daher für mehr Kinderbetreuungsplätze aus. Überdies müssen diese besser mit einer Beschäftigung zu vereinbaren sein", erklärt Gerd Millmann von der AK-Bezirksstelle. „Wir sind mit anderen Städten nicht konkurrenzfähig und haben deutlichen Nachholbedarf. Wir fordern schon lange eine Berechnung der zukünftigen Kinderanzahl in St. Pölten anhand Bevölkerungsprognosen, um diesen Bedarf abdecken zu können. Leider sind wir hier nur mittelklassig und seitens der Stadt sind hier deutliche Investitionen notwendig“, betont VP-Stadtrat Markus Krempl-Spörk. Er ist selbst Vater eines kleinen Kindes: "Wir haben eine tolle Oma, die uns enorm unterstützt. Ohne sie wären wir oft hilflos", so der Politiker.

Bezirk St. Pölten-Land

„Grundsätzlich ist die Kinderbetreuung recht gut aufgestellt. Verbesserungsbedarf gibt es bei den Themen Betreuung für Kinder unter zwei Jahren, den Öffnungszeiten und den Ferienangeboten. Um diesem Problem entgegenzusteuern, bieten wir heuer erstmalig eine Ferienbetreuung an“, sagt Karin Gorenzel, Bürgermeisterin aus Wölbling. "Die Situation in Neulengbach und Eichgraben ist gut. Ich habe ab September noch Betreuungsplätze für Kinder", erklärt Marta Kerdouci-Bistey, Tagesmutter aus Eichgraben.

Lage untragbar

Die Pielachtalerin Hümeyra S. ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern. "Die Kinder-Nachmittagsbetreuung ist definitiv ausbaufähig. Sie ist unzureichend und zu teuer", so die Dirndltalerin. Sie erzählt, dass sie letztes Jahr 700 Euro für neun halbe Tage Ferienbetreuung zahlen musste. Für Mütter in ihrer Lage ist das untragbar. In der Schule gibt es keine Betreuung, somit muss ihre Tochter nach der Schule und in den Sommerferien in Privatbetreuung gehen, damit sie 20 Stunden in der Woche arbeiten kann. In zwei Jahren sind es dann alle drei Kinder, die den Privathort besuchen müssen. Wie sich das ausgehen soll, weiß sie nicht.

Kinderbetreuung

Im Bezirk St. Pölten-Land sind derzeit 4.781 Kinder in 98 Betreuungseinrichtungen. In St. Pölten-Stadt werden 1.846 Kinder in 35 Krippen und Kindergärten betreut.

Für Hymeyra S. ist die Lage untragbar.
"Die Erfahrung zeigt: Ein entsprechendes Angebot wird auch von den Eltern genutzt", erklärt Gerd Millmann von der Arbeiterkammer Bezirksstelle St. Pölten.
Autor:

Petra Weichhart aus St. Pölten

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