Komarauchen statt Komasaufen

Richterin Andrea Humer bekam es mit dealenden Eltern zu tun.

ST. PÖLTEN (IP). Auf der Anklagebank am Landesgericht St. Pölten saß aber nicht nur der angeklagte Vater, auch dessen geschiedene Frau musste sich gegenüber Richterin Andrea Humer verantworten. Das mittlerweile arbeitslose Elternpaar aus dem Bezirk St. Pölten finanzierte bis 2007 seinen Lebensunterhalt mit Bio-Landwirtschaft. Seit Jahren konsumierte man immer wieder Drogen, wobei die 45-jährige Mutter auch zu Ecstasy, LSD, Kokain und Heroin griff.
Nach der Scheidung lebte die Frau mit ihren Söhnen zunächst in der Nachbarwohnung, wo sie für ihren damals erst 11-Jährigen, dessen Bruder und für befreundete Mitschüler Alkohol nach Hause brachte. „Damit sie nicht so viel fortgehen“, erklärte die Beschuldigte und weil sie selbst zu jung waren, um Alkohol einzukaufen. Bier, Wein und Wodka standen auf dem Einkaufszettel, wobei „…den Wodka habe ich selbst getrunken“.

Freunde, Familie: Alle rauchten
Als der ältere Sohn Cannabisvorräte aus selbst gezogenen Pflanzen bei seinem Vater fand, bediente er sich auch selbst. Gemeinsam baute man weiter in einem Blumenkisterl Hanfpflanzen an, „dilettantisch“, wie der Angeklagte behauptete, aber für den Eigenbedarf der Familie anscheinend gut genug. Als die Freunde des älteren Sohnes davon erfuhren, bekamen auch sie ihren Anteil ab. Dazu wog und verpackte das Familienoberhaupt die heiße Ware und schickte seinen Sprössling, der das Gras teilweise auch verkaufte.

Die zunehmende Verwahrlosung der Buben blieb auch in der Schule nicht unbemerkt. Wegen ihrer häufigen Abwesenheit kontaktierte die Schulleitung das Jugendamt, wobei der „Gras-Gärtner“ vor allem den regelmäßigen Alkoholkonsum seiner Söhne für deren Verhalten als Ursache sah. Zum Umstieg auf Joints meinte er im Gerichtssaal: „Da war ich froh, dass sie Suchtmittel konsumiert haben!“
Die Richterin entsprach dem Anklagevorwurf von Staatsanwältin Julia Gartner und verurteilte die Eltern zu einer bedingten Freiheitsstrafe von je zwölf Monaten. Für die nächsten drei Jahre erhält das Paar, das mittlerweile wieder zusammen wohnt, Bewährungshilfe und die Auflage, alle zwei Monate die Drogenfreiheit mittels Harntest vor Gericht nachzuweisen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Autor:

Bezirksblätter St. Pölten aus St. Pölten

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.