"Mein Leben mit der Panik"

Die St. Pöltnerin schützt mit ihrem Pseudonym "Elisabeth Theres" ihr privates Umfeld.
  • Die St. Pöltnerin schützt mit ihrem Pseudonym "Elisabeth Theres" ihr privates Umfeld.
  • hochgeladen von Michael Holzmann

ST. PÖLTEN (mh). Nach dem Tod ihres Vaters quälen die bis dahin lebenslustige und fröhliche Elisabeth Theres – ein Pseudonym, um das private Umfeld der Autorin zu schützen – über 20 Jahre lang massive Angstzustände und Panikattacken.

Umfeld war überfordert

Verwandte und Freunde sind überfordert, zwei Ehen scheitern, ein betrügerischer "Wunderheiler" macht Theres medikamentensüchtig. Sie kann ihren Beruf als Lehrerin nicht mehr ausüben. Heute steht die St. Pöltnerin wieder mit beiden Beinen im Leben. "Es gibt einen Ausweg aus dem Albtraum, unter dem immer mehr Menschen leiden", sagt sie. "Das möchte ich mit meinem Buch vermitteln."

Frau Theres, wie kann man sich eine "Panikattacke" vorstellen?
Elisabeth Theres: Einen Angstzustand, der der Natur des Menschen entspricht, kann sich vermutlich jeder vorstellen, weil jeder schon einmal in einer Situation war, in der er Angst gehabt hat. Eine Angsterkrankung kann man nicht erklären. Ich habe jahrelang vergeblich versucht, meinen mir nahestehenden Menschen meine Situation zu erklären. Wenn jemand einen gebrochenen Fuß hat oder Durchfall, ist das für jeden sichtbar oder zumindest nachvollziehbar. Jemand, der noch nie eine Panik-attacke gehabt hat, kann sich das nicht vorstellen. Körperliche Symptome waren zum Beispiel Herzrasen oder Krämpfe im Hals-und Brustbereich, die mir das Gefühl gaben, zu ersticken. Ich hatte immer wieder Todesangst.

Wie haben Sie schließlich wirkliche Hilfe gefunden?
Die Psychopharmaka, die ich am Beginn verschrieben bekommen habe, haben die Situation noch verschlimmert. Erst mit der Hilfe moderner Medikamente, die, im Gegensatz zu denen, die ich früher bekam, nicht süchtig machen und kaum Nebenwirkungen haben, gelangen mir die ersten Schritte zurück in ein lebenswertes Leben.

Sie beschreiben in Ihrem Buch, dass Sie großteils aus eigener Kraft wieder in ein normales Leben zurückgefunden haben.
Die Besinnung auf die eigenen Stärken, die Liebe und das damit verbundene Verantwortungsgefühl für meine Hunde haben mich unterstützt. Nach 18 Jahren konnte ich zum ersten Mal wieder von ganzem Herzen lachen – und das im Kreise neu gewonnener Freunde.

Was raten Sie Menschen, die an Panikattacken und Angststörungen leiden?
Wenn man so tief drinnen ist, dann gibt es keine andere Variante, als sich einmal mit den richtigen Medikamenten helfen zu lassen. Man muss aber auch seine eigenen Kräfte finden und mobilisieren können.

Buch-Tipp

"Hoffnung in der Hölle der Angst" von Elisabeth Theres, Verlag: Vindobona, 2011, ISBN 3850402533, 158 Seiten

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