Nach der Amokfahrt setzt St. Pölten auf Sicherheit

In der Brunngasse gibt es keine Barriere für Lkw.
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ST. PÖLTEN (mh). Amokfahrten wie zuletzt in Toronto machen weltweit die Verwundbarkeit moderner Städte deutlich. Acht Frauen und zwei Männer tötete der 25-jährige Fahrer vorsätzlich mit einem Lieferwagen, 14 verletzte er in einer der sichersten Großstädte Nordamerikas. Doch auch Österreich war bereits betroffen: Drei Tote und 36 verletzte Passanten sind die traurige Bilanz der Amokfahrt von Graz im Juni 2015.

Sitzgelegenheiten statt Poller

Grund genug, die Situation in der Landeshauptstadt zu beleuchten. Peter Puchner, Sicherheitsbeauftragter der Stadt St. Pölten, betont im Gespräch mit den Bezirksblättern: "Trotz aller Bemühungen muss für jedes Szenario festgehalten werden: Eine hundertprozentige Sicherheit ist nicht möglich.“ Dennoch sei vor allem vor dem Hintergrund der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2024 Sicherheit in St. Pölten ein zentrales Thema: "Die Stadtverwaltung hat sich das Thema Amokfahrten in Fußgängerzonen natürlich bereits vor Augen geführt und denkt in unterschiedlichen Ebenen über entsprechende, vor allem nachhaltige Lösungen nach, die einerseits Betriebsabläufe einer Fußgängerzone nicht einschränken und andererseits maximale Sicherheit bieten", so Puchner. "Dazu gibt es auch bereits in anderen Städten, zum Beispiel in Wien, Amsterdam oder Berlin smarte Lösungsansätze, die es abzuwägen gilt. Nicht jedes Bollwerk muss auch wie ein Bollwerk aussehen. Sitzgelegenheiten, Kunst im öffentlichen Raum und vieles mehr wären Ansätze zur Steigerung der Sicherheit, wie auch organisatorische Maßnahmen."

Smarte Ideen übernehmen

Mit der Schaffung des Sicherheitsbeauftragten und Sicherheitsstadtrates sei vor einem Jahr das ohnehin schon vorhandene Sicherheitsbewusstsein nochmals fokussiert worden, so Puchner. Zu bewältigende Aufgaben einer Landeshauptstadt und der Sicherheitseinheit sind laut Puchner Themenbereiche wie Blackout, Katastrophenschutzplan, Sicherheit bei großen Menschenansammlungen, Schutz öffentlicher Gebäude, Mitarbeiterschulungen, Evaluierung des Krisenstabes, Cybercrime, Vernetzung mit der Landespolizeidirektion, dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung und dem Bundesheer – und nicht zuletzt, um Amokfahrten zu stoppen. "International poppen nahezu wöchentlich neue Aufgaben und Themenkreise auf, die eine Beobachtung der Szene erfordern", ist sich der Sicherheitsbeauftragte St. Pöltens der großen Herausforderung bewusst.

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