Gericht
Prozess nach Raubüberfall an Bub (15) in St. Pölten

Nach einem Raubüberfall an einem 15-jährigen mussten sich vier Tschetschenen vor Gericht verantworten.
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Nach einem Raubüberfall an einem 15-jährigen mussten sich vier Tschetschenen vor Gericht verantworten.

ST. PÖLTEN (ip). Großzügig beglich ein 15-Jähriger in einem St. Pöltner Lokal am Bahnhofsplatz die Rechnung auch für zwei arbeitslose Tschetschenen (17 u. 16 J.), die ihn danach zu einem Spaziergang überredeten. Im Durchgang Sparkassenplatz-Domplatz warteten bereits zwei Komplizen der Tschetschenen (20 u. 17J.), die dem 15-Jährigen das restliche Geld, das er von seinem Vater erhalten hatte, raubten.

Komplizen gerufen

Bereits im Lokal überredete der 17-Jährige das spätere Opfer zu einem Video, auf dem das Geld, mehr als 400 Euro, die Hauptrolle spielte. Von der Toilette des Lokals aus kontaktierte der 17-Jährige die beiden tschetschenischen Komplizen, die danach auf das Trio warteten. Mit der Drohung, er werde ihn schlagen, dass er bereits vor Ort schlafe, knöpfte der 20-Jährige dem Burschen das gesamte Geld ab. Der Griff des zweiten Räubers in die Hosentasche, um an das Handy des 15-Jährigen zu kommen misslang.

Bereits vorbestraft

Ob der 20-Jährige auch mit einem Messer im Hosenbund drohte, was Staatsanwalt Patrick Hinterleitner beim Prozess am Landesgericht als schweren Raub wertete, ließ sich nicht nachweisen. Mit zwei einschlägigen Vorstrafen setzte es diesmal jedoch eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Während Verteidiger Josef Gallauner von Glück für seinen Mandanten sprach, legte der Staatsanwalt Berufung ein, zumal ihm die 16 Monate bedingt nicht schuldangemessen erschienen.

Freiheitsstrafe verhängt

Für den 16-Jährigen und einen 17-Jährigen setzte es fünf bzw. sechs Monate Bewährungsstrafe, während der 17-jährige Lokalbesucher mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren weiter Gefängnisluft atmen muss (rechtskräftig). Für Verteidiger Christian Függer wenig überraschend, zumal der Bursche erst Mitte Mai 2018 zu einer Haftstrafe von 15 Monaten, zehn davon bedingt, verurteilt worden war, nachdem er unter anderem einen Einbruch in ein Waffengeschäft zu verantworten hatte. Bevor er am 29. Jänner dieses Jahres den Raubüberfall auf den 15-Jährigen in die Wege leitete, verpasste er laut Anklage am 26. Dezember in einer Shisha-Bar einem anderen Gast einen Head Butt (Kopfstoß) ins Gesicht und zog ihn am Arm so brutal zu Boden, dass das Schultergelenk deutlich hörbar zweimal brach. Dem, mit dem Gesicht am Boden liegenden Verletzten, schlug er obendrein noch zweimal mit der Faust ins Gesicht und drohte ihm zwei Tage später via Telefon, dass ihn seine Freunde umbringen werden, falls er ihn anzeige.

Autor:

Nikolaus Frings aus St. Pölten

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