St. Pölten
So sagt die Stadtfeuerwehr der Corona-Krise den Kampf an

Die heutige Dienstmannschaft der FF St. Pölten-Stadt mit ihrem dienstführenden Offizier (roter Helm), Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.
  • Die heutige Dienstmannschaft der FF St. Pölten-Stadt mit ihrem dienstführenden Offizier (roter Helm), Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.
  • Foto: FF St. Pölten-Stadt
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Auch die Feuerwehr St. Pölten-Stadt setzt rigorose Maßnahme: Getrennte Einsatzgruppe, Schutzkleidung und vieles mehr.

ST. PÖLTEN (pa). Die Corona-Pandemie ist eine Gesundheitskrise, die auch an den Feuerwehren nicht spurlos vorübergeht. Bei insgesamt 99.600 Mitgliedern besteht ein hohes Risiko, dass sich der eine oder andere Helfer mit dem Virus infiziert. Um eine Ansteckung im Feuerwehrbereich und dadurch einen Totalausfall von ganzen Einheiten zu verhindern, reagieren die Feuerwehren mit ausgeklügelten Einsatzplänen - so wie in der Landeshauptstadt St. Pölten.

Für den Kommandanten der Feuerwehr St. Pölten-Stadt, Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, ist die Corona-Pandemie eine völlig neue Herausforderung:

"Abseits der Gesundheitsgefahr, droht durch eine rasche Verbreitung des Virus ein Totalausfall von Feuerwehren. Ein einziges infiziertes Mitglied kann dazu führen, dass eine ganze Mannschaft in Quarantäne muss. Und das müssen wir auf alle Fälle verhindern."

Sicherheitsmaßnahmen

Die Stadtfeuerwehr St. Pölten hat mit rigorosen Maßnahmen auf diese Gefahren reagiert. Die 120 starke Feuerwehrtruppe wurde in drei Gruppen (A,B,C) zu je 40 Mitgliedern aufgeteilt, wovon jeweils zwölf im Dienst sind. Jede Gruppe steht 24 Stunden in Einsatzbereitschaft und hat danach 48 Stunden frei. Um im Einsatz vor einer Infektion geschützt zu sein, wurde jedes einzelne Feuerwehrmitglied mit Schutzmaske und Brille ausgestattet. Sollte dennoch ein Infektionsfall auftreten, wurde ein eigener, abgeschotteter Quarantänebereich geschaffen. Um eben funktionsfähig zu bleiben.

Selbst die Ablöse jener zwölf Mitglieder, die in der Feuerwehrzentrale ihren Einsatzdienst verrichten, erfolgt abgeschottet - durch jeweils separate Ein- und Ausgänge. Lediglich die Teamleader besprechen bei der Dienstübergabe in einem Sicherheitsabstand von zwei Metern die Vorgänge und Besonderheiten der vergangenen 24 Stunden. Die Stadtfeuerwehr St. Pölten achtet besonders darauf, dass die Gruppen nicht vermischt werden.

"Wenn wir Kräfte zu einem Einsatz nachholen, dann nur jene von derselben Gruppe, die im Dienst ist. So verhindern wir eine mögliche Virusausbreitung auf die anderen Gruppen", so Fahrafellner.

Alles getrennt

Selbst geschlafen und gegessen wir separiert. Die im Dienst befindlichen Mitglieder nächtigen in Einzelzimmern und dürfen ihre Speisen und Getränke auch nur alleine am Tisch einnehmen. Die Versorgung ist selbstverständlich gratis. Um körperlich in Form zu bleiben, steht den Frauen und Männern der Feuerwehr St. Pölten-Stadt auch ein eigener Fitnessraum zur Verfügung. 

"Wir haben alles unternommen, um nicht nur die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten, sondern unseren Mitgliedern auch ein Maximum an Gesundheitsvorsorge zu bieten. Ich hoffe, dass wir möglichst lange einsatzbereit bleiben. Deshalb bitte ich auch um Verständnis, dass wir derzeit auch keine fremden Personen in die FF-Häuser lassen dürfen", so der Feuerwehrchef.

Autor:

Petra Weichhart aus St. Pölten

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