Reportage
St. Pölten – Einkaufen im Schatten der Schutzmasken

Die Bundesregierung hat die Maßnahmen in Sachen Corona-Bekämpfung verschärft. Der Einkauf mit Schutzmaske ist jetzt für alle verpflichtend. 

ST. PÖLTEN (pw). Tag eins der Schutzmasken-Pflicht im heimischen Lebensmittelgeschäft. Schon die Fahrt zum Supermarkt mutiert gefühlsmässig zur Abenteuerreise. Zwischen Frohmut und Bangen – endlich mal wieder raus, aber was erwartet einen da draußen in den Straßen, die derzeit die "großen weite Welt" bedeuten?
Aus dem Auto ausgestiegen pflastern bereits am Boden liegende Gummihandschuhe den Weg vom Parkplatz. Am Eingang angekommen, wird man von einem freundlichen Supermarkt-Mitarbeiter – neben einem weniger freundlich dreinblickenden Security-Mitarbeiter – (beide vorbildlich mit Gesichtsmaske) begrüßt und bekommt in der Sekunde eine Schutzmaske samt Gebrauchsanweisung ausgehändigt. Schön bis zum Kinn ziehen und an der Nase festdrücken. Ein Mann wird sogar am Weitergehen gehindert, nachdem er sein persönliches "Schutzschild" nicht fachgerecht angelegt hat. 

So ein Abenteuer

Das Abenteuer kann los gehen. Schon in der Obst- und Gemüseabteilung kommen einem Fragen wie: Darf ich die Bananen einfach so angreifen? Können spanische Heidelbeeren Überträger des Corona-Virus sein? Das Atmen bekommt schon nach wenigen Sekunden eine neue Dimension. Die Feuchtigkeit des Atems bereitet vor allem Brillenträgern Schwierigkeiten. Es ist wie dieser aufziehende Dampf, wenn man nach dem Skifahren eine Hütte betritt. Die Gläser beschlagen. Ruhig Blut. Es geht weiter.
Entgegenkommende Menschen in den Gängen signalisieren schon von Weitem ihren Weg. Alles klar, die Dame biegt jetzt rechts ein. Vor dem Reisregal dann plötzlich ein Stau. Drei Menschen reihen sich im Abstand von jeweils einem Meter geduldig in eine Schlange. Alle sind sehr höflich, aber die Distanz ist spürbar. 

Gut gerüstet

An der Kasse angekommen, markieren Streifen am Boden den Mindestabstand. Die Kassiererin trägt einen gelben Helm mit Gesichtsvisier. Neben ihr steht griffbereit das Desinfektionsmittel. In der Warteschlange eingereiht, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ein Mann trägt zusätzlich Ohrenschützer. Vielleicht glaubt er ja, dass das Virus über die Ohren übertragen werden kann. Ein anderer Kunde geht hinsichtlich seiner Schutzkleidung auf Nummer sicher: Ein Mantel, um die Unterarme hat er mit Klebeband befestigte Schaumstoffmatten gewickelt. Um den Kopf ein Schaumstoff-Ring mit aufgeklebten Kreuzen, darauf ein zusammengefaltetes Handtuch, wieder mit Klebeband fixiert. Zugegebenermaßen fühlt man sich angesichts dieser "Sicherheitsversammlung" mit bloßer Schutzmaske und Einweghandschuhen fast unterrepräsentiert. Dafür lässt sich dieser Einkauf schlußendlich wirklich als abenteuerlich abspeichern. Dann nächste Woche auf ein Neues!

Du möchtest kostenlos einen Fortsetzungsroman lesen und wöchentlich solche oder ähnliche Infos aus deinem Bezirk bekommen?

Dann melde dich für den meinbezirk.at-Newsletter an.

Gleich anmelden

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Weitere Beiträge aus dem Bundesland

Der Spielplatz ist oft die einzige Möglichkeit für Kinder, um sich an der frischen Luft so richtig auszutoben.
2

Fokus Familie
Spielplätze in Niederösterreich auf einen Blick

Kinder wollen bespaßt werden und das fällt in den eigenen vier Wänden oft schwer. Wenn das Spielzeug daheim zu fad und der eigene Garten zu klein geworden ist, dann führt der Weg oft zum nächstgelegenen Spielplatz. NÖ. Während Corona ist vielen von uns die sprichwörtliche Decke auf den Kopf gefallen. Unseren Kleinsten geht es da ähnlich. Daher wollen wir auch unseren Jüngsten etwas Abwechslung bieten. Wir haben Niederösterreichs Spielplätze für dich in einer Karte zusammengefasst. Hier kannst...

Aktuell


Anzeige
Das Wiener Jaukerl und die Schluck I. - seit kurzem nur noch zensuriert erhältlich
2 4 4

Das Warten aufs Jaukerl hat ein Ende!

Wenn zwei Wiener Urgesteine zusammenfinden, entsteht etwas Großes! Das Bioweingut Lenikus und die bz-Wiener Bezirkszeitung haben mit dem "Wiener Jaukerl" und der "Schluck I." gemeinsam das 750ml Serum aus bestem gegorenem Traubensaft ins Leben gerufen. Das Jahr 2020 wird immer als das Jahr der weltweiten Pandemie in Erinnerung bleiben, und das Jahr 2021 als das, der weltweiten Impfung gegen Covid-19. Das „Serum“ hilft zwar offensichtlich nicht gegen das Virus und kann auch die richtige Covid-19...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen