St. Pöltner sind trotz Grippe fleißig

ST. PÖLTEN (red). Derzeit hat man das Gefühl, dass es an jeder Ecke schnieft und rotzt. Im Büro, im Zug, in der Schule - überall wird gehustet und geniest. Die Grippewelle scheint den Bezirk St. Pölten erreicht zu haben. Sieht man aber die Daten der Krankmeldungen (Siehe zur Sache links), dann scheint das nicht zu stimmen. Denn im Vergleich zu früheren Grippewellen ist die Zahl der Krankenstände eher gering. Aktuell gibt es im Bezirk St. Pölten offiziell „nur“ 346 Grippemeldungen.

Angst spielt eine Rolle
Kränkeln wir Mostviertler wirklich weniger als sonst oder trauen sich immer weniger, daheim zu bleiben und gehen trotz Fieber arbeiten? Andreas Windl, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer St. Pölten, sieht den Grund vor allem in der prekären Arbeitsmarktsituation. "Es ist sicherlich so, dass aufgrund der angespannten Arbeitsmarktsituation gewisse Hemmungen bestehen, in den 'Krankenstand' zu gehen." Man muss dem Experten zufolge aber differenzieren. "Es hängt stark von der Art der Beschäftigung ab, vom Alter und der gefühlten Sicherheit, den Arbeitsplatz nicht zu verlieren." Daraus resultiert die Annahme, dass Arbeitnehmer eher eine Krankheit "übertauchen", als sich zuhause auszukurieren - "davon bin ich überzeugt", so Windl. Aus der Maria-Anzbacher Arztpraxis von Karl Tenora heißt es ebenso, dass Menschen, die Schnupfen und Verkühlungen haben, sehr wohl arbeiten gehen. Wenn die Leute aus dem Wienerwald aber "wirklich" krank sind, momentan kursieren Darmerkrankungen und Grippe, dann würden sie sich laut der Praxis aber auskurieren.

Kündigung im Krankenstand
Bedenken, dass man während eines Ausfalls von einem bestehenden Arbeitsverhältnis gelöst werden kann, sind laut Windl durchaus nachvollziehbar. "Man kann auch im Krankenstand gekündigt werden." Es sei oftmals der Fall, dass das Dienstverhältnis gerade wegen einem Krankenstand aufgelöst werde.

Arbeitnehmerrecht bei Krankenstand

Arbeitnehmer können während des Krankenstands gekündigt werden. Es sind laut Arbeiterkammer Niederösterreich die auch sonst geltenden Kündigungsfristen und -termine einzuhalten. Wenn man Anspruch auf Entgelte hat, so muss der Arbeitgeber diese für die Dauer des Ausfalls zahlen. Experten warnen vor der Falle der einvernehmlichen Lösung während einer Krankheit - dabei endet die Verpflichtung zu jeglichen Zahlungen seitens des Arbeitsgebers.

Zur Sache:
Laut NÖGKK setzen sich die Krankenstände wie folgt
zusammen:
Grippefälle pro Woche im Bezirk St. Pölten:
43/2015: 369
44/2015: 377
45/2015: 406
46/2015: 321
Anzahl der Krankenstände im Bezirk St. Pölten
Oktober 2013 - September 2014: 25.891
Oktober 2014 - September 2015: 24.368
Anzahl der Krankenstände im Bezirk St. Pölten Land
Oktober 2013 - September 2014: 41.692
Oktober 2014 - September 2015: 39.409

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Autor:

Alisa Haugeneder aus St. Pölten

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