St. Pöltner wegen Aufruf zur Koranverbrennung vor Gericht

ST. PÖLTEN (ip). „Nicht schuldig“, erklärte ein 48-jähriger St. Pöltner , der sich wegen Herabwürdigung religiöser Lehren und Verhetzung vor Gericht zu verantworten hat. Staatsanwältin Angelika Fraisl wirft dem Beschuldigten vor, im August 2015 über einen Facebook-Account öffentlich den Koran, dessen Verbrennung er ankündigte, herabgewürdigt und verspottet zu haben.

Unter dem Namen „Anna Wagenhofer“ – ein Fakeprofil, hinter dem die wahre Identität des Facebook-Nutzers noch nicht festgestellt werden konnte, wurden Personen dazu aufgerufen, am 8. August vergangenen Jahres bei Gratis-Spanferkel und Freibier an der Verbrennung jener Koranbücher teilzunehmen, die von Salafisten am Riemerplatz in St. Pölten verteilt worden waren.

Der 48-Jährige habe in der Folge einen Teil des Postings übernommen, es entsprechend kommentiert, beziehungsweise propagiert und ein Bild, das die Bücherverbrennung der Nazis 1933 zeigt, das von Personen, die sich als „Blutgruppe HC negativ“ bezeichnet, ins Netz gestellt worden war, auf seinem Facebook-Account einer breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht.

In mehreren Anläufen versuchte der Richter den siebenmal vorbestraften Angeklagten mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Dieser unterbrach immer wieder, was den Richter leicht in Rage versetzte. „Ich blocke ab! Meine schriftliche Stellungnahme genügt“, erklärte daraufhin der Beschuldigte, den Herr Rat mit der Frage, was Salafismus sei, schließlich doch aus der Reserve lockte. „Das brauch ich nicht wissen“, so der St. Pöltner, der pauschal meinte, dass Salafismus und Scharia generell demokratiefeindlich seien. Das stimme so nicht, konterte der Richter, da müsse man sich schon genauer informieren, bevor man solche Meinungen übernehme.

Sein Posting, behauptete der Angeklagte, bestünde teilweise aus einem Beitrag, den er von der FPÖ St. Pölten habe und seinem Kommentar, der sich gegen den radikalen Islam richte. Das Bild von der Bücherverbrennung der Nazis sehe er hier zum ersten Mal. Das müsse ein anderer eingefügt haben. „I wü mit die Nazis genauso wenig zu tun haben, wie mit die radikalen Islamisten“, ergänzte er. Zu den einschlägigen Fotos auf seinem Handy, die unter anderem das Hakenkreuz zeigen, erklärte der Beschuldigte: „Ich speicher alle Fotos.“ „Es ist knapp dran am Verbotsgesetz“, mahnte der Richter.

Zum Aufruf der Koranverbrennung gab es ein Zugeständnis des 48-Jährigen. „Das ist für mich kein heiliges Buch“, führte er aus. „Dieses Buch zu verbrennen, ist nicht verboten. Es handelt sich dabei nur um eine salafistische Interpretation des Korans, meiner Meinung nach.“

Um ein endgültiges Urteil fällen zu können, möchte der Richter durch Ermittlungsbeamte noch klären lassen, ob es möglich sei, dass das Bild von der Bücherverbrennung der Nazis tatsächlich eine andere Person eingefügt haben kann. Der Prozess wurde daher vertagt.

Einfach unseren Newsletter abonnieren & mit etwas Glück, kannst du diesen Frühling mit diesem E-Bike herumdüsen. Einfach unseren Newsletter abonnieren & mit etwas Glück, kannst du diesen Frühling mit diesem E-Bike herumdüsen. Einfach unseren Newsletter abonnieren & mit etwas Glück, kannst du diesen Frühling mit diesem E-Bike herumdüsen.
5

Gewinnspiel
Newsletter abonnieren & ein E-Bike gewinnen!

Newsletter abonnieren zahlt sich jetzt wieder doppelt aus. Neben den wichtigsten Nachrichten, verlosen wir unter allen aufrechten Newsletter-Abonnenten ein E-Bike "KTM Macina Style 620" im Wert von 3.699€ von Fahrrad Denk aus Wilhelmsburg!  Zum GewinnDein Hobby ist das Fahrradfahren, aber dein altes Fahrrad hast du so sehr geliebt, dass es bald auseinander fallen wird? Dann mach' unbedingt bei unserem Newsletter-Gewinnspiel mit. Denn wir verlosen ein nigelnagelneues E-Bike Modell: "KTM Macina...

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Weitere Beiträge aus dem Bundesland

Camelia Bora in ihrer Modeboutique in Waidhofen an der Ybbs.
7

#durchstarter21
Modeboutique Nona – Durchstarterin Camelia Bora

WAIDHOFEN/YBBS. „Ich bin Camelia Bora und habe meine Modeboutique Nona im Individuelle Beratung bietet Nona jederzeit: Einfach Termin vereinbaren! Italien und Waidhofen„Ich liebe Waidhofen! In Waidhofen ist die Innenstadt das Einkaufzentrum mit kleinen, feinen Geschäften“, strahlt die Boutiquenbesitzerin, die vor 27 Jahren aus Rumänien ausgewandert ist. Vor ihrer Selbstständigkeit arbeitete sie bereits in einer Boutique. „Bis ich gesehen habe, dass dieser kleine Laden leersteht. Ich habe mich...

Aktuell

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen