Region St. Pölten
Unseren Wald für die nächsten Generationen erhalten (mit VIDEO)

Jakob Mayer und Thomas Zöchling im Wald.
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  • Jakob Mayer und Thomas Zöchling im Wald.
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Mutter Natur hat den Frühlingswecker gestellt, in der Flora und Fauna ist es an der Zeit, aufzustehen. Die heimischen Wälder, Wiesen und Felder bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat.

REGION. Die Bezirksblätter waren im Gespräch mit Forstwirtschaftsmeister Thomas Zöchling und Jakob Mayer zum Thema Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft und was man im Wald beachten sollte.

Nachhaltiges Forsten

"Waldwirtschaft ist aktiver Klimaschutz", so Zöchling. Eine naturnahe Bewirtschaftung sei wichtig. Nur so viel abholzen, wie auch nachwachsen kann. General ist der Trend in der Waldwirtschaft zur Naturverjüngung. Als Beispiel geben die Waldbesitzer folgendes Szenario an: Ein Qubikmeter Holz speichert eine Tonne CO2, wenn der Baum im Wald verfault und umfällt gibt er das CO2 in die Atmosphäre ab. Wenn das Holz jedoch verbaut wird, zum Beispiel zu Holzmöbel, wird das enthaltene CO2 gespeichert und dringt nicht in die Atmosphäre. "Je nach Standortlage sei ein Mischwald die Zukunft sowie eine standortangepasste Waldwirtschaft", so Zöchling. Schließlich habe jede Baumart unterschiedliche Bedürfnisse (mehr oder wenig Sonne, etc..) Ebenfalls seien Schlägerungen notwendig. "Oft sieht man es den Baum von außen nicht an, dass er nicht mehr gesund ist", so die beiden Waldbesitzer. "Vor allem können kranke Bäume zu einem Sicherheitsrisiko werden"

Ein Einblick in unserer Wälder:

Waldfond

Eine stetige Aus- und Weiterbildung in der Forstwirtschaft sei extrem wichtig. Ebenfalls von Mehrwert sind diverse Förderungen von Wirtschaftsverbänden, wie zum Beispiel der Waldfond. Seit Februar können Waldbesitzer Förderungen beantragen, um klima fite Wälder zu schaffen. Ein Wald muss gepflegt werden. Wird nicht geforstet, dann wachsen die Bäume nur in die Höhe und werden nicht stabil genug", so Zöchling. "Was wir jetzt in der Waldwirtschaft machen, davon hat die nächste und übernächste Generation etwas", ist sich Mayer sicher. Somit müssen stabile Wälder geschaffen werden und man muss vorausdenken, wie sich das Wetter in den nächsten 60 Jahren verändert wird. Die Klimaveränderungen bedeuten für die Wälder auch Stress. "Man muss mit den Veränderungen mitgehen", so Jakob Mayer.

Borkenkäfer

"Ich dachte mir, wie kann ich das meiste aus meinem Wald herausholen. Mir ist die Wertschöpfung sehr wichtig", so Jakob Mayer. So entstand die Idee mit dem Anzündholz und das vom Borkenkäfer angefallene Holz für das Panoramafenster im Haus der Elsbeere in Michelbach verwendet. Momentan sei der Borkenkäfer in seinem Waldgebiet unter Kontrolle. Wie man das Untier austricksen kann verraten die beiden: Fangbäume vorlegen. "Man schneidet einen gesunden Baum absichtlich um und lockt so den Käfer in die Fichte. Wenn er sich im Holz breit macht, zieht man den ungeschnitten Baum aus dem Waldstück", erklärt der Fortwirtschaftsmeister. "Durch die Kälte in den letzten Jahren konnte sich der Borkenkäfer auch nicht so schnell entwickeln", so Mayer. Wichtig sei ein gesunder Mischwald, dann habe das Ungeziefer noch weniger Chancen.

Verein Ofenholz

Vor zwei Jahren gründeten die beiden Freunde den Verein Ofenholz. Das Ziel ist es, dass Ofenholz gemeinschaftlich vermarket wird. Das Konzept stammt ursprünglich aus Oberösterreich und fand dort bereits großen Anklang. Nun wollen die Niederösterreicher es auch in ihrer Region festigen. Die Kunden sehen auf der Homepage, wo der nächste Ofenholz-Lieferant ist. Ingesamt hat der Verein bereits 15 Betriebe niederösterreichweit als Mitglieder.

Das Ofenholz aus den heimischen Wäldern.
  • Das Ofenholz aus den heimischen Wäldern.
  • Foto: Verein Ofenholz
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"Wir vermarkten Holz aus unserer Region und Wäldern sowie ist die Qualität sehr hoch", so Thomas Zöchling. Die Vorteile sind die kurzen Transporte und persönliche Ansprechpartner sowie eine genaue Rückverfolgung woher das Holz stammt. Die Leute schätzen die Regionalität und Qualität so die beiden.

Pferdestärken im Wald

Holzrücken mit dem Pferd ist eine traditionelle Form der Waldarbeit in Harmonie mit der Natur. Manuel Willstorfer erklärt ein paar Vorteile des Pferdeeinsatzes im Wald: "Schonung des Bodens, hohe Bestandspfleglichkeit, wenig Rindenverletzungen, Schonung der Naturverjüngung und noch vieles mehr" Weitere Vorteile sind: geringer Flächenbedarf für Rückegasse und Wege, große Gassenabstände sind möglich, einsetzbar in schwierigem Gelände und bei problematischen Bodenverhältnissen, Vermeidung der Freisetzung von klimafeindlichen Gasen, Reduzierung des Verbrauches fossiler Brennstoffe, Verringerung des Risikos von Bodenverschmutzung durch Kraftstoffe und Öle. Im Gegensatz dazu ist jedoch auch die Digitalisierung bei der Waldwirtschaft angelangt. So kontrollieren manche Waldbesitzer mittels Drohnen ihre Wälder auf möglichen Käferbefall hin.

Verhaltensregeln im Wald

Ein Spaziergang durch den Wald ist angenehm, doch man dringt auch in den Lebensraum verschiedenster Tierarten ein. Deswegen sollten ein paar Regeln beachtet werden. "Absperrungen und Schilder unbedingt beachten und einhalten, die sind da um Leben zu schützen. Weil auch wenn man keine Forstarbeiten hört, können arbeiten stattfinden", so Thomas Zöchling. Weiters keine Abfälle im Wald entsorgen und achtsam mit dem Lebensraum von Tieren und Pflanzen umgehen sowie die Hunde an die Leine nehmen. "Es soll ein Bewusstsein geschaffen werden und ganz wichtig miteinander reden", erklärt auch Jakob Mayer. In die selbe Kerbe schlägt auch Bezirksjägermeister Johannes Schiesser: "Jedenfalls sollten sich alle Naturnutzer unbedingt auf den Wegen aufhalten und nicht Wiesen, Brachen und Felder betreten. Denn auf diese Flächen werden unsere Lebensmittel produziert bzw auch das Futter für die Nutztiere."

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