Landesgericht St. Pölten
Verfolgungsjagd endete für 53-Jährigen auf der Anklagebank

Der Angeklagte musste sich zum wiederholten Male vor Gericht verantworten.
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  • Der Angeklagte musste sich zum wiederholten Male vor Gericht verantworten.
  • Foto: Probst
  • hochgeladen von Petra Weichhart

Nach einer filmreifen Flucht vor der Polizei musste sich ein Mann wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit, Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt vor Gericht verantworten.

BÖHEIMKIRCHEN (ip). Zum 33. Mal landete ein 53-Jähriger vor Gericht, nachdem er sich im April diesen Jahres auf eine irre Verfolgungsjagd mit der Polizei eingelassen hatte. Für seine Verhältnisse mit 1,6 Promille nur mäßig alkoholisiert und seiner Morgenration an Drogenersatzmitteln raste der Mann durch Wien und über die A1 bis nach Böheimkirchen, wo ihn Beamte der Autobahnpolizei nicht ohne Widerstand aus dem Fahrzeug holten.

Wiener Beamten war der Beschuldigte bereits aufgefallen, als er sich Substitol besorgte. Im Wachzimmer nahm man ihm das Zuviel an Drogenersatz ab, dann ließ man ihn ziehen. Als denselben Beamten kurz danach ein PKW auffiel, den der Mann lenkte, forderten sie ihn auf anzuhalten. Dieser stieg jedoch aufs Gas, überfuhr mehrere Kreuzungen bei Rotlicht, wechselte stadtauswärts mit 120 km/h immer wieder gefährlich die Fahrspur und zwang andere Fahrzeuge zu Notbremsungen. Fußgeher mussten vom Zebrastreifen zurück auf den Gehsteig springen, da sie sonst unter die Räder gekommen wären.

Führerschein weg

Beamten aus Altlengbach gelang es schließlich, das Fahrzeug des Mannes auf der Westautobahn einzukesseln. Als der Polizist aus dem vorderen Wagen seinen Gurt löste, gab der 53-Jährige nochmals kurz Gas und rammte das Dienstfahrzeug von hinten. Auch danach musste die Exekutive nachhelfen, um den Lenker aus dem PKW zu bringen.
Auf die Frage des St. Pöltner Richters nach dem Warum, meinte der Angeklagte, er habe Angst gehabt, dass er seinen bereits abgenommenen Führerschein nicht wiederbekomme. „Sie haben ja Glück gehabt, dass Sie da keinen umgebracht haben“, so der Richter, dem der vermutlich durch jahrelangen Drogen- und Alkoholkonsum gezeichnete Mann beinahe leid tat. Er konnte der geschluchzten Bitte des Angeklagten, ihn auf keinen Fall einzusperren, aber keinesfalls nachkommen.

Freiheitsstrafe

„Es wird nie mehr wieder vorkommen“, schwor der Beschuldigte, worauf der Richter konterte: „Das haben Sie schon 32 Richtern vor mir erzählt!“ Wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit, Sachbeschädigung und dem schwerwiegendsten Delikt in diesem Zusammenhang, dem Widerstand gegen die Staatsgewalt, fasste der Gerichtsstammgast eine unbedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten aus (nicht rechtskräftig). Der Angeklagte legte sofort volle Berufung gegen die Strafhöhe ein.

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