Historischer Streifzug durch St. Pölten
Von der Pest zur Tuberkulose: Pandemien wüten seit jeher in St. Pölten

Das St. Pöltner Krankenhaus um 1900. Es war damals bereits das modernste der Region.
  • Das St. Pöltner Krankenhaus um 1900. Es war damals bereits das modernste der Region.
  • Foto: Foto: Archiv St. Pölten
  • hochgeladen von Alisa Gerstl

Anno dazumal: Maskenpflicht, Einschränkung des öffentlichen Lebens und Quarantänemaßnahmen.

ST. PÖLTEN (ag). Viele von uns erleben die Corona-Pandemie als Erste dieser Art. Welche Seuchen St. Pölten im Laufe der Geschichte schon heimsuchten – die Redaktion auf Spurensuche.

Mangelnde Hygiene

In Mitteleuropa waren die Menschen bis ins 19. Jahrhundert von vielen Seuchen bedroht. Während die Römer in der Antike über ein ausgeklügeltes Abwassersystem verfügten, wurden später Unrat und Fäkalien einfach auf die Straße geleert - das führte zu vielen Krankheiten. Im 14. Jahrhundert wurde außerhalb des Linzertores im Bereich des heutigen Europaplatzes ein Siechenhaus für Aussätzige errichtet. 1859 eröffnete man hier schließlich das erste Krankenhaus der Stadt, das kurz danach in die Schmiedgasse verlegt wurde, ehe man 1895 in der Kremser Landstraße das heutige Krankenhaus errichtete.

Quarantänemaßnahmen

Die Stadtmauern von St. Pölten boten vor Seuchen Schutz, da man durch Kontrollen an den Toren eine gewisse Quarantänefunktion forcierte. Verdächtig krank wirkenden Personen verweigerte man den Eintritt in die Stadt. Waren die Krankheiten aber einmal hereingedrungen, grasierten sie meist stark, da die St. Pöltner auf engstem Raum lebten. Kranke wurden sofort in das Siechenhaus abgesondert, welches später dann zum Armenhaus wurde.

Krankheiten

Die Pest wütete in St. Pölten von 1348 - 1679 regelmäßig. Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte die Cholera, ein extremer Brechdurchfall, in der Region.
"Auch St. Pölten blieb von der Cholera nicht verschont. Hier trat die Seuche zum ersten Mal 1854 auf, als im Zuge einer Generalmobilmachung sich mehrere Regimenter der k.u.k. Armee in St. Pölten versammelten. Aus Angst, die Cholera-Epidemie von 1866 könnte auch St. Pölten erreichen, wurde präventiv ein neues Choleraspital errichtet", ist in einer historischen Publikation zu lesen. 1873 trat die Cholera wieder in der Umgebung von St. Pölten auf. 1895 entstand schließlich das modernste Spital des Bundeslandes auf dem heutigen Standort. Die Spanische Grippe wütete in St. Pölten von 1918 bis 1919.

1927 modernisiert

"Bis zur 2. Hälfte der 1920er-Jahre kam es regelmäßig während der warmen Jahreszeit zu Typhus-Epidemien, da St. Pölten über kein Wasserleitungsnetz verfügte und auch die Stadtbevölkerung über Hausbrunnen mit Trinkwasser versorgte. Erst mit der Fertigstellung der vom Brunnen-Feld aus gespeisten Wasserleitung im Jahre 1927 und dem gleichzeitigen Verbot der Benützung der Hausbrunnen verschwand der Typhus aus unserer Stadt", berichtet Stadthistoriker Thomas Lösch.
"Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg war die Lungentuberkulose weit verbreitet. Sie war lange Zeit die Todesursache Nummer eins", so Lösch.

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