Natur im Garten
Wespen können mehr

Wespen: Vorurteile gegen wichtige Bestäuber
  • Wespen: Vorurteile gegen wichtige Bestäuber

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  • hochgeladen von Katharina Gollner

Wenn Wespen ihre Nester dort bauen, wo Menschen häufig vorbeigehen oder zu tun haben, entstehen meist Konflikte. Normalerweise ist ein Nest im Garten eigentlich unproblematisch, sofern man den notwendigen Respektabstand bewahrt. Grundlos stechen Wespen nicht, sie verteidigen damit die Brut oder ihr eigenes Leben.

ZENTRALRAUM (pa). Sich einem Wespennest auf geringe Distanz anzunähern ist ebenso gefährlich wie bei einem Bienenstock. Die Stiche sind, so man nicht allergisch ist, nicht gefährlicher als jene von Bienen. Wespen, zu denen übrigens auch die Hornissen zählen, erfüllen im Ökosystem Garten eine wichtige Rolle: sie füttern ihren Nachwuchs mit Blattläusen und anderen Kleininsekten und dienen zudem selbst als Nahrung, z.B. für Vögel. Da sich die erwachsenen Tiere der meisten Arten zudem von Pflanzen- und Obstsäften oder Nektar ernähren, tragen sie zusätzlich zur Bestäubung bei. Wespen zählen also zu den Nützlingen und sollten deshalb, wo möglich, toleriert werden, um ihren Platz im natürlichen ökologischen Gefüge erfüllen zu können.
„Wespen sind bei vielen Menschen unbeliebt, weil sie beim Essen im Freien, durch Süß- oder Fleischspeisen angelockt, lästig werden können. Von den etwa 300 Wespenarten in Österreich, tragen aber nur zwei Arten zur schlechten Nachrede bei: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe“, erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.
Die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) bauen ihre Nester im Boden oder in anderen geschützten Hohlräumen. Im Freien sichtbare, an einem Stiel hängende, kleine Papiernester werden meist von Haus-Feldwespen (Polistes dominula) gebaut. Man erkennt sie leicht, denn sie sind schlank gebaut und lassen ihre Beine im eher träge wirkenden Flug hängen. Sie sind absolut friedliebend, trotzdem werden ihre Nester oft aufgrund von Vorurteilen und Angst zerstört.

Tipps

Verschieben Sie Tätigkeiten, die das Nest erschüttern oder den Einflugsbereich behindern würden, auf den Spätherbst nach den ersten Frösten. Das Volk stirbt vor dem Winter ab und nur die Königinnen überwintern. Das leere Nest kann dann gefahrlos entfernt werden. Hängen Sie im zeitigen Frühjahr an häufig besiedelten Stellen Wespennest Attrappen auf, denn vermeintlich besiedelte Bereiche werden für den Neubau gemieden. Sollte eine Umsiedelung notwendig sein, können Sie, so keine akute Gefährdungssituation für Personen vorliegt, z.B. unter www.wespenwehr.at um professionelle Hilfe anfragen.

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