Drittgrößte NÖ-Insolvenz 2018: Svoboda Büromöbel gmbH in St. Pölten

Das Unternehmen selbst gibt das schwierige Marktumfeld und Altlasten als Hauptinsolvenzursachen an.
  • Das Unternehmen selbst gibt das schwierige Marktumfeld und Altlasten als Hauptinsolvenzursachen an.
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ST. PÖLTEN (red). Die Firma svoboda Büromöbel GmbH, 3100 St. Pölten, hat am Landesgericht St. Pölten den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung gestellt, berichtet Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform.

Mehrere Betriebtsstätten betroffen

Das Unternehmen wurde 1999 als Möbelwerk Svoboda GmbH gegründet und beschäftigt sich mit der Erzeugung von Büro- und Organisationsmöbeln, Chefzimmer- und Konferenzmöbeln, etc. Darunter auch die Entwicklung der Modelle und Möbelprogramme der Eigenerzeugung sowie kundenspezifische Entwicklungen (Reihe von firmeneigenen Patenten mit firmeneigenem Vertriebsapparat für ganz Österreich)
Folgende Betriebsstätten sind neben 3100 St. Pölten betroffen: 1150 Wien, 4070 Eferding, 5020 Salzburg, 6020 Innsbruck, 8020 Graz, 9020 Klagenfurt

105 Dienstnehmer betroffen

Ursprünglich war das Unternehmen ein Familienbetrieb. Im März 2016 erwarb eine Gruppe die Anteile der Antragstellerin im Rahmen einer Unternehmenskrise. Von der neuen Geschäftsführung wurden erhebliche Restrukturierungsmaßnahmen gesetzt, die anfänglich Wirkung gezeigt haben. Im Laufe des 2. Quartals 2017 hat sich allerdings gezeigt, dass die Kombination der schwierigen Situation am Büromöbelsektor und den Altlasten zu einer neuen wirtschaftlichen Krise führte. Daher wurden Investoren gesucht. Ende 2017 wurden die Anteile an den aktuellen Gesellschafter übergeben. Zuletzt wurde mit einem namhaften strategischen Partner verhandelt. Die Gespräche konnten nicht vor Eintritt der materiellen Insolvenz finalisiert werden. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens sollen diese Gespräche erfolgreich fortgesetzt werden.
Es sind 288 Gläubiger und 105 Arbeitnehmer betroffen.

Den Aktiva von rund 2,1 Mio Euro stehen Passiva von ca. 8,14 Mio Euro gegenüber. Gemessen an der Summe der Passiva andelt es sich um die bislang drittgrößte Insolvenz in Niederösterreich des noch jungen Jahres 2018 (größer waren nur der Konkurs der NIKI Luftfahrt GmbH mit EUR 153 Mio. und der aktuelle Insolvenzfall der Forstinger Österreich GmbH mit EUR 31,2 Mio..)

Das Unternehmen soll fortgeführt werden.

Den Gläubigern wird eine Quote von 30% binnen zwei Jahren angeboten.
Die svoboda büromöbel gmbH,Purkersdorferstraße 58 in 3100 St. Pölten, hat ihre Zahlungen eingestellt und ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beim Landesgericht St. Pölten beantragt. Der Insolvenzantrag wird derzeit vom Gericht geprüft. Der KSV1870 rechnet damit, dass das Verfahren kurzfristig eröffnet werden wird.

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