St. Pölten
Friedrich Hahn ist ein sicherer Lotse in Finanzfragen

Der Finanzstrafrechtsexperte Friedrich Hahn warnt Unternehmer: "Nichtwissen schützt vor Strafe nicht."
  • Der Finanzstrafrechtsexperte Friedrich Hahn warnt Unternehmer: "Nichtwissen schützt vor Strafe nicht."
  • Foto: Ivan Gabrovec
  • hochgeladen von Petra Weichhart

Umsatz ist nicht Gewinn: Ein Unternehmen zu führen ist nicht schwer, gewisse Fehler gilt es zu vermeiden.

ST. PÖLTEN (pw). Es kann jeden treffen, denn die Entwicklungen laufen alle in eine Richtung: zum Strafverfahren. Die Finanz dreht bei Betriebsprüfungen immer mehr die Schrauben an. Und hier kommt er ins Spiel: Friedrich Hahn, studierter Jurist und Wirtschaftstreuhänder aus St. Pölten. Er kennt die Grauzonen, weiß, wo die Gefahren lauern.

Täterschaft

Wenn Unternehmen sich mit einer Betriebsprüfung konfrontiert sehen, liegt deren Ausgang immer öfter im Bereich des Finanzstrafrechts. Er ist einer der wenigen, der sich darauf spezialisiert hat.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie schnell es gehen kann: Die Buchhalterin fälscht Rechnungen (Tatbestand der Untreue) und legt einem diese zur Überweisungsfreigabe vor. Im Moment der Unterschrift ist man selbst unmittelbarer Täter. Das interne Kontrollsystem hat an diesem Punkt versagt:

"Es kann schnell gehen und jeden treffen. Eine unbedachte Unterschrift in einem stressigen Moment kann fatale Folgen haben", erklärt Hahn.

Steuernachzahlung

Doch welche Möglichkeit gibt es, sich für eine Prüfung zu wappnen? "Man sollte mittlerweile immer das Finanzstrafrechtliche mitdenken. Ich suche schon im Vorfeld Angriffspunkte, die den Abgabenpflichtigen treffen könnten, um diese abzuwehren. Im Rahmen des Prüfverfahrens gibt es die Möglichkeit auf einen Rechtsmittelverzicht – eine beidseitige Einigung. Das Problem dabei ist, dass man dies später als Schuldeingeständnis deuten kann", warnt der Steuerexperte.
Den Unternehmen rät der Finanzprofi zur Umsicht: "Man sollte sich jetzt Gedanken machen, wie das Geschäftsjahr 2019 gelaufen ist und welche Möglichkeiten es gibt, das Ergebnis noch zu gestalten. Da die wirtschaftliche Situation jetzt schlechter wird, würde ich generell empfehlen, immer eine mittelfristige Planung zu haben. Man sollte sich schon Gedanken bis zum Jahr 2021 machen, um für schlechte Zeiten Reserven zu haben. Und ich würde eine gute Rechtsschutzversicherung abschließen, für den Fall, dass es Probleme gibt", so Hahn.

Auftragsrückgang

Denn ein Blick in die Zukunft bringt aus Sicht des Finanzexperten nicht nur rosige Zeiten:

"Viele Menschen bekommen einen Kredit, die diesen wahrscheinlich gar nicht bedienen können. Dadurch entsteht eine Blase, wie wir sie schon 2008 hatten, die irgendwann explodiert. Das Risiko ist gar nicht unbeträchtlich. Man sollte sich auf eine Konsolidierung in den nächsten Jahren vorbereiten", warnt Hahn.

Aber ein Investitionsstopp wäre kontraproduktiv. Die Leichtfertigkeit bei unternehmerischen Entscheidungen gilt es zu unterbinden. Und Investitionen haben nur dann Sinn, wenn man sie verkaufen kann. Friedrich Hahns Motivation hinter dem Ganzen? "Ich bin Jurist, das hat mich immer interessiert. Das Finanzstrafrecht ist die einzige Möglichkeit, in meinem Bereich juristisch tätig zu sein. Deshalb habe ich mich darauf spezialisiert."

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen