17.08.2016, 08:00 Uhr

"Am Rande" soll graue Zellen anregen

Stolz: Nach einem langen Schreibprozess kann Tobias sein fertiges Werk "Am Rande" in Händen halten.

In seinem ersten Roman arbeitet der St. Pöltner Tobias Dirtl seine schwierige Schulzeit auf.

ST. PÖLTEN (bt). Mit Mobbing und Ausgrenzung hat schon jeder seine Erfahrungen gemacht, egal ob selbst davon betroffen oder nicht. Auch der 19-jährige St. Pöltner Tobias Dirtl, der wie er sagt, ein "Streber" war. "Sobald man braver ausschaut und gute Noten schreibt, muss es nur einen geben, der glaubt es ist lustig, wenn er auf einen losgeht", denkt er an seine frühe Schulzeit zurück. Später legte er sein braves Image ab, aus Protest. Ein Irokese trug seiniges dazu bei. "Ich bin froh, dass es so war. Heute kann ich sagen, hey, Leute haben auf mir herumgehackt, das war nicht schön, aber es hat meinen Charakter gestärkt", sagt Tobias. Allen recht machen will er es schon lange nicht mehr, auch nicht mit seinem ersten Jugendroman "Am Rande".

Dramatische Szenen

Mit niedergeschriebenen Gedanken begonnen, handelt der fertige Roman von Emotionen und Wünschen eines jugendlichen Außenseiters. Der Charakter ist fiktiv, spiegelt aber viele Empfindungen von Tobias, der gerade eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert, wieder. "Die Erlebnisse sind dramatisiert und Gott sei Dank nicht eins zu eins übernommen."
Das Buch ist bewusst schlank gehalten. Dicken Schmökern, die man in der Schule gerne "aufgezwungen" bekommt, kann Tobias nichts abgewinnen. Sowieso liest er kaum, paradox, da er schon seit der Volksschule schreibt. Sein ältester Fan ist die 92-jährige Nachbarin, der Tobias sprachlich viel abgewinnen konnte.

Gehirnzellen anregen

"Ich sage nicht ich bin ein Messias oder ein Weltenverbesserer, aber es ist eine Geschichte die zum Nachdenken anregt und vielleicht bringe ich ja ein zwei Gehinrzellen zum Arbeiten", richtet sich der Jung-Autor an jene, die auf der anderen Seite sitzen. Der Roman soll ihnen die Tragweite ihres Verhaltens bewusst machen. Jenen, die ähnliche Situationen durchlebt haben, will er Mut schenken. Sie sollen begreifen, dass sie nicht alleine sind und auch erleichtert sein, wenn ihre Situation nicht ganz so auswegslos ist.
Nun hat Tobias Dirtl Blut geleckt. Ein weiteres Werk ist bereits in Arbeit. "Es ist schwer zu sagen was daraus wird, aber ein Kinderbuch oder Shades of Grey werd ich nie schreiben", lacht er. Wir sind gespannt.

Zur Sache:

Den Roman "Am Rande" gibt's als Taschenbuch um 6,99 Euro auf Amazon zu kaufen.
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