24.05.2017, 08:00 Uhr

Auf Streife auf der Autobahn

Peter Svehla kontrolliert, wer auf NÖs Autobahnen drängelt. (Foto: Trinkl)

Drängler, Linksfahrer, Raser: Diese Abschnitte fordern die Autobahnpolizei besonders.

ST. PÖLTEN/NÖ. Irgendwo in Niederösterreich. Auf einer Brücke steht ein VW-Bus. Und von der Brücke aus beobachten vier Kameras das Geschehen auf der Autobahn, die direkt unterhalb verläuft. Einsatz für die Zivilstreife der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Sie sind hier Dränglern und Rasern auf der Spur. Auf Monitoren im VW Bus leuchtet es grün und rot. "Rot markierte Autos sind zu schnell oder halten den Sicherheitsabstand nicht ein. Der Computer speichert die Sünder automatisch", erklärt Bezirksinspektor Peter Svehla, der heute mit seinem Kollegen Gottfried Völker Dienst hat. Die beiden müssen alle vom Computer gesichteten Vergehen prüfen und bestätigen. Erst dann wird Anzeige erstattet.


Eins, zwei, passt!

Aber wieviel Abstand muss man denn halten? "Mindestens 0,8 Sekunden zum vorderen Fahrzeug, weniger ist strafbar. Bei weniger als 0,3 Sekunden ist es auch ein Vormerkdelikt, bei 0,2 ist der Führerschein weg", sagt Svehla. Rund 11.500 Drängler erwischt die Truppe mit ihren zwei Einsatzfahrzeugen pro Jahr in Niederösterreich. Dabei wäre es gar nicht so schwer, den richtigen Abstand zu halten. "Zwei Sekunden werden empfohlen. Bei 130 km/h wären dies mindestens 36 Meter. Viele Fahrer sind knapper dran als sie glauben."

Große Gefahr bei Unfällen

Ein Problem, das Franz Aigner, Dienststellenleiter der Autobahnpolizei Melk, nur zu gut kennt. "Besonders bei Unfällen wird nicht vom Gas gegangen. Selbst wenn wir mit unseren Polizeiautos schon weit vorher auf die Gefahr mit Warnhinweisen aufmerksam machen, unterschätzen oder ignorieren einige diese Hinweise und gehen nicht vom Gas runter", so der Chefinspektor. Ein weiteres Problem sind die permanenten "Linksfahrer". "Sie vertreten dabei vielfach die Meinung, dass es sich bei der ersten Fahrspur um eine 'Lkw-Spur' handle. Das ist natürlich falsch."

Hauptstadt mit Tempo 130

St. Pölten selbst hat keine Autobahnpolizei. Die S33 wird durch Krems betreut, die Inspektionen Altlengbach und Melk treffen sich bei St. Pölten Süd, erklärt uns Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler. „Der Knoten St. Pölten und der Knoten Steinhäusl sind vom Verkehr und von den Anschlussstellen her am unfallträchtigsten und am schwierigsten zu befahren. Beim Knoten St. Pölten haben wir einerseits die S33, andererseits die Anschlussstelle St. Pölten-Süd", erläutert Johannes Pöchhacker, Kommandant der Autobahnpolizei Altlengbach. Er verdeutlicht auch: "St.Pölten ist zudem die einzige Landeshauptstadt, wo wir noch mit 130 fahren und entsprechend schwierig ist es daher, wenn es sich aufstaut.
Außerdem gibt es Richtung Wien zur S33 derartig viele Verflechtungen und Spurwechsel, dass es auf der einspurigen Rampe auch immer wieder zu Rückstau kommt.“ "Die häufigsten Übertretungen sind nach wie vor Geschwindigkeitsüberschreitungen und seit geraumer Zeit das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung", weiß Walter Braunsteiner, Leiter der Kremser Inspektion.

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