07.11.2016, 13:35 Uhr

Der heilige Martin darf bleiben

Sollen Kreuze, Martinsfeiern und der Nikolo aus Schulen im Bezirk verschwinden? Ein Lokalaugenschein.

ST. PÖLTEN (ah). Kreuze sollten als religiöse Symbole aus Schulklassen verschwinden, Bildungsministerin Hammerschmid machte nun aber einen Rückzieher. Auch religiöse Feiern, wie der Martinsumzug am kommenden 11. November (Laternenfest) oder die Nikolofeier, stehen immer wieder unter Kritik. Die Bezirksblätter befragten Lehrer und die Diözese aus dem Bezirk St. Pölten, ob der heilige Martin und der Nikolaus bleiben dürfen oder verbannt werden.

Klares Bekenntnis

Erst in der Vorwoche wurden die Ergebnisse einer IMAS-Umfrage (Institut für Markt- Sozialanalysen) veröffentlicht, die zeigen, dass 51 Prozent der Österreicher der Aussage "Österreich ist ein christliches Land und sollte es auch bleiben" zustimmen. Von Mitte Juni bis Mitte Juli wurden 1.008 Personen ab 16 Jahren dazu befragt.

Auch christliche Inhalte in Schulen und Kindergärten sind für die meisten Österreicher nicht wegzudenken. Rund sieben von zehn Österreichern (69 Prozent) sind gegen eine Verbannung von Kreuzen und christlichen Symbolen aus diesen Institutionen. Rund um die Diskussionen zu religiösen Symbolen in Schulen äußert sich St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng: "In Zeiten, in denen es darum geht, Zuflucht zu geben und selbst Heimat zu sein, ist das Kreuz ein unverwechselbares Zeichen der Liebe und der Hoffnung. Wenn man es weglässt, entsteht nicht Neutralität sondern Leere und Verunsicherung."

In der Neuen Mittelschule in Wilhelmsburg stand das Thema - Kreuze in den Klassen, ja oder nein - noch nie zur Diskussion. Direktor Wilhelm Schulz konstatiert: "Wir haben Kreuze in den Schulklassen. Darüber gab es noch nie größere Diskussionen. Drei Viertel unserer Schüler sind römisch-katholisch." Generell stehe er der Kontroverse aber kritisch gegenüber, denn laut Schulz sei das Kreuz weniger religiöses Symbol als ein Kulturmerkmal.

"Wir haben eine gewisse Kultur in unserem Land, auf die wir stolz sein können und die aufrecht erhalten werden soll. Gerade in der heutigen Zeit werfen viele Menschen diese über Bord, das ist nicht gut, denn wenn man überhaupt keine Traditionen mehr hat, an denen sich Jugendliche anhalten können."

Michael Lahnsteiner, Direktor der VS Pottenbrunn denkt ebenso, dass religiöse Traditionen wichtig sind: "Wir zelebrieren und feiern Nikolo und Martin. Bei uns steht es aber allen Schülern bzw. Eltern frei an Feierlichkeiten teilzunehmen."

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