01.11.2017, 11:47 Uhr

Drohnen: Spechtler mit vier Propellern

Patricia Prock nutzt ihre Drohne für Landschaftsbilder und meidet bebaute Gebiete. (Foto: Werilly)

Immer mehr Drohnen sind im St. Pöltner Luftraum unterwegs. Das kann zu Problemen führen.

ST. PÖLTEN. Sie sind ab 100 Euro zu haben und heben immer öfter in den Himmel über dem Bezirk ab. Doch nicht immer sind Drohnen ein Spaß für alle Beteiligten. Im Wienerwald führte ein Fluggerät Anfang Juli zu einem Polizeieinsatz, weil der Pilot eine Nachbarin beim Sonnenbaden filmte. Die Bezirksblätter fragten Experten und Hobbypiloten, worauf man beim Betrieb einer Drohne achten muss.

Provozieren selten Anzeigen

Unsere Recherche zeigt, solche Zwischenfälle mit Drohnen sind in St. Pölten sehr selten. „Ich habe keinen aktuellen Fall im Kopf und sehe keine strafrechtliche Relevanz. Das ist ein zivilrechtliches Problem", sagt Thomas Korntheuer von der Staatsanwaltschaft St. Pölten. „Voriges Jahr hat es einen Fall gegeben, wo sich jemand beschwert hat, dass angeblich Fotos gemacht wurden. Was dann nachweislich nicht so war, weil auf der Drohne gar keine Kamera war", erinnert sich Bezirkshauptmann Josef Kronister. Sonst gebe es praktisch keine Anzeigen. Kronister appelliert dennoch, die luftrechtlichen Bedingungen einzuhalten und rät: "Ich würde schon meinen, dass man die Privatsphäre entsprechend beachtet."

Pilot steuert mit Videobrille

Zu den vorbildlichen Drohnenpiloten darf sich Markus Schindele zählen. Er ist Mitglied bei einem Modellflugverein und dadurch auch versichert. Außerdem lässt er seine Fluggeräte nur am Flugplatz und nicht in bebautem Gebiet steigen. "Wo ich fliege, sind weit und breit nur Felder", schwärmt der St. Pöltner. 20 bis 30 Meter steigt seine Drohne dann auf, samt Kamera. Doch das Bildmaterial wird nicht gespeichert. "Ich fliege mit Videobrille. Also ich sehe alles, worüber ich mit der Drohne fliege, direkt auf meiner Brille", erklärt Schindele, dass er andernfalls eine eigene Genehmigung bräuchte. Schwarze Schafe in der Szene ärgern den Hobbypiloten: "Es ist eine Frechheit, dass man Drohnen überall kaufen kann. Im Supermarkt oder in der Tankstelle. Die Leute stellen sich in den Garten und fliegen. Aber die, die es professionell machen und wissen was sie tun, müssen es dann ausbaden."
Landschaftsfotos von oben
Simone S. und Patricia Prock, beide aus St. Pölten, nutzen ihre Drohnen für Landschaftsaufnahmen. "Praktisch ist, dass man Bilder aus einer ganz anderen Perspektive machen kann. Personen solltest damit nicht filmen, wenn du sie nicht vorher gefragt hast", so Simone S. im Gespräch.

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